Sa: Vielleicht klappt's in Mattersburg

26. September 2008, 14:07
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Red Bull noch ohne Saisonauswärtssieg - Burgenländer mit guter Heimbilanz gegen Vizemeister - Lederer: "Werden alles in die Waagschale werfen"

Mattersburg/Salzburg - Österreichs Fußball-Vizemeister Red Bull Salzburg will am Samstag in der 11. Bundesliga-Runde in Mattersburg endlich seine Auswärts-Negativserie beenden. Im Pappelstadion hängen die Trauben für die drittplatzierten "Bullen", die vor allem auf den Torschützenlisten-Führenden Marc Janko (zehn Treffer) setzen, aber hoch, in zehn direkten Duellen gab es bei sieben Niederlagen nur zwei Siege und ein Remis. Dazu kündigte SVM-Coach Franz Lederer an, dass "wir alles in die Waagschale werfen werden".

Bei den Salzburgern, die gegen Mattersburg zum Saisonauftakt in Wals-Siezenheim mit 6:0 gewonnen hatten, ist die Stimmung laut Coach Co Adriaanse nach dem 3:1-Heimsieg gegen Sturm Graz gestiegen. In Mattersburg soll nun auch endlich der erste Auswärtssieg in der neuen Saison bzw. gar seit dem 30. März 2008 (2:1 in Ried) gelingen. "Wir werden heuer sicher auch auswärts gewinnen", versprach der Niederländer und fügte hinzu: "Wir hätten bisher jedes Auswärtsspiel gewinnen können."

"Wir haben das Ganze analysiert"

In den bisher letzten beiden Partien in der Fremde gegen Sevilla (UEFA-Cup/0:2) und Sturm Graz (2:2) hatten die Salzburger jeweils in der Nachspielzeit bittere Gegentreffer kassiert. Das soll zukünftig nicht mehr passieren. "Wir haben das Ganze analysiert. Es waren individuelle Fehler, die ganz einfach abgestellt werden müssen", sagte Adriaanse.

Bei den "Bullen" fehlen verletzungsbedingt Öbster, Miyamoto, Pamic und Leitgeb, dafür steht der Topstürmer der Vorsaison Alexander Zickler wieder im Kader. Besonders der Ausfall von ÖFB-Teamspieler Leitgeb (Verdacht auf kleinen Einriss im Meniskus) bedauert der Salzburger Coach, der auf eine Rückkehr des Mittelfeldspielers für die wichtigen Spiele gegen Sevilla und Rapid in der kommenden Woche hofft. Ob Somen Tchoyi die Reise ins Burgenland mitmachen durfte, entschied sich erst nach einer internen Besprechung am Freitagnachmittag.

Genauso wie die Salzburger wollen auch die Mattersburger nach zuletzt drei Niederlagen in Serie (Adriaanse: "Es ist möglich, dass das Selbstvertrauen der Mattersburger angeknackst ist. Ich erwarte aber eine hochmotivierte Mannschaft") eine Negativserie beenden. Coach Lederer ist sich aber der schweren Aufgabe bewusst. "Wir können gegen Salzburg keine drei Punkte fordern, das kann niemand in der Liga, nicht einmal Rapid", sagte der 44-Jährige. Natürlich werde seine Elf aber "alles versuchen", um wieder einmal einen Dreipunkter einzufahren.

"Wille, Kampfkraft und auch Mut"

Ein Erfolgsrezept hat Lederer parat. "Wir müssen jene Attribute einbringen, die wir gegen den LASK (Anm./1:4-Heimniederlage) vermissen lassen haben: Wille, Kampfkraft und auch Mut. Gegen Salzburg kannst du nicht nur versuchen, hinten dicht zu stehen", betonte der Mattersburger Chefcoach. Ein positives Omen ist die überragende Heimbilanz der Burgenländer gegen die Salzburger: auf den letzten Auswärtssieg der "Bullen" im Pappelstadion am 24. September 2005 (1:0 dank Pichorner-Tor in der 90. Minute) folgten für Michael Mörz und Co. vier Siege und ein Remis. "Natürlich gibt das der Mannschaft Kraft", erklärte Lederer.

Für den aktuell längstdienenden Bundesliga-Trainer (seit November 2004/Nachfolger von Muhsin Ertugral) geht es in den kommenden Spielen wohl wahrscheinlich auch um seine persönliche Zukunft beim SVM, der Gefahr läuft, in den Abstiegskampf verwickelt zu werden (sechs Punkte vor Schlusslicht Altach) und den Anschluss an das Tabellenmittelfeld zu verlieren (fünf Punkte hinter dem Tabellensiebenten Ried). "Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft. Ich beschäftige mich aber nur damit, die Mannschaft gut einzustellen", sagte Lederer. Was in den Medien geschrieben werde, sei im egal.(APA)

SV Mattersburg - Red Bull Salzburg (Pappelstadion, Samstag, 18.00 Uhr/live Premiere-Konferenz, SR Prammer). Ergebnis 2008/09: 0:6 (a). 2007/08: 1:1 (h), 1:2 (a), 0:4 (a), 3:2 (h)

Mattersburg: Borenitsch - Csizmadia, Sedloski, Mravac, Pöllhuber - Atan, Mörz, Lindström, Salamon - Naumoski, Jancker

Ersatz: Bliem - Pauschenwein, Kovrig, Kogler, Lösch, Th. Wagner, Doleschal, Malic, Lindner

Es fehlen: Schmidt, Mansberger (beide verletzt), Seidl (Adduktorenprobleme)

Salzburg: Ochs - Bodnar, Sekagya, Opdam, Gercaliu - Kovac, Aufhauser - Ngwat-Mahop, Janocko, Jezek - Janko

Ersatz: Arzberger - Dudic, Boussaidi, Ilic, Traoui, Nelisse, Zickler

Es fehlen: Öbster, Miyamoto, Pamic, Leitgeb (alle verletzt)

Fraglich: Tchoyi (interne Sache)

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