Wald und Holz als Zukunftsinvestment

23. September 2008, 15:01
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In Industrieländern erlebt Holz ein Comeback als Ersatz für nicht erneuerbare Materialien und ist dabei Beton, Stein oder Stahl in Sachen Energieeffizienz weit überlegen

Als Baustoff und Energieträger ist Holz seit Jahrhunderten bekannt. Die Analysten von Pictet rechnen mit einer steigenden Nachfrage nach Holz. Der neue Themenfonds PF(Lux)-Timber investiert in börsennotierte Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Holzindustrie.

Die wachsende Weltbevölkerung und der steigende Wohlstand in den Schwellenländern sind die treibenden Faktoren für den zunehmenden Holzbedarf in den kommenden Jahren. Kombiniert mit einem sinkenden Waldbestand sollte dies nach Ansicht der Analysten und Fondsmanager von Pictet die weitere Preisentwicklung bei Holz- und Holzprodukten stützen und Holz zu einer strategisch wichtigen Umweltressource des 21. Jahrhunderts machen.

Christoph Butz, Mitglied des Fondsmanagement Teams für den neuen Timber Fund bei Pictet: "Mit zunehmendem Lebensstandard dürfte in den Schwellenländern die Gesamtnachfrage nach verarbeiteten Holzprodukten - Holzwerkstoffe, Papier- und Hygieneprodukte - steigen und schon bald ebenso stark sein wie in den Industrieländern. So hat sich etwa der gesamte Papier- und Kartonverbrauch in den letzten 30 Jahren infolge des Bevölkerungswachstums und des höheren Pro-Kopf-Konsumsbereits verdreifacht.

In Industrieländern wiederum erlebt Holz ein Comeback als Ersatz für nicht erneuerbare Materialien, z.B. als Baumaterial, und ist dabei Materialien wie Beton, Stein oder Stahl in Sachen Energieeffizienz, Einsatzflexibilität und Wiederverwertbarkeit weit überlegen." Beispielsweise benötigt man für die Herstellung eines Stahlbalkens 12 mal mehr Energie als für die Erstellung eines vergleichbaren Holzbalkens.

China ist größter Holzimporteur

Chinas Holzimport hat sich in der Zeitspanne von 1997 bis 2005 mehr als verdreifacht. Heute ist China der weltweit grösste Holzimporteur und dürfte dies auch in absehbarer Zukunft bleiben. Asien zählt allerdings auch zu jener Region, die seit mehreren Jahren stark auf die Aufforstung der Wälder setzt. China unternimmt bereits seit 1998 große Anstrengungen. Trotzdem repräsentieren die Plantagen weltweit weniger als fünf Prozent des gesamten Forstbestandes. Während die Flächen in den Plantagen jährlich um 2,8 Millionen Hektar wachsen, werden derzeit noch 13,0 Millionen Hektar pro Jahr gerodet. Dies unterstreicht die angespannte Angebotsseite bei Holz.

Investmentfokus des neuen Fonds

Christoph Butz: "Der PF(LUX)-Timber Fund investiert nicht direkt in Wälder und Holzbestände, sondern in auserwählte börsennotierte Unternehmen, die in der ganzen Wertschöpfungskette der Holzindustrie tätig sind." Der Fonds legt aber auch viel Gewicht auf Unternehmen, die Waldbestände besitzen bzw. diese verwalten. Der Investmentprozess ist sehr strikt "bottom-up".

Aus einem Investmentuniversum von rund 200 Unternehmen werden nach fundamentalen Kriterien 30-60 für das Portfolio ausgewählt. Christoph Butz: "Das Portfolio wird folgende Charakteristik aufweisen: Hinsichtlich der regionalen Gewichtung werden wir rund 37 Prozent in den USA investieren, 19 Prozent in Europa, 10 Prozent in der entwickelten asiatischen Region und 34 Prozent in Schwellenländern.

Rund 37 Prozent des Portfolios wird in große Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 5 Milliarden USD (Large Caps) investiert, 48 Prozent in MidCaps zwischen 1 Mílliarde und 5 Milliarden USD und der Rest in Small Caps investiert. Die Korrelation von Holz mit anderen Assetklassen wird längerfristig als gering angegeben - mit dem MSCI World liegt diese bei rund 0,7. Die Korrelation und der Beitrag zur Diversifikation eines Portfolios hängt natürlich auch von der Entwicklung der unterliegenden Aktien und ihrem regionalen Exposure im neuen Timber Fund ab.

Langfristig niedrige Korrelationen schließen nicht aus, dass es kurzfristig zu extrem hohen Korrelationen kommen kann. Lead Fondsmanager für diesen neuen Fonds ist Gabriel Micheli, der seit 2006 bei Pictet Asset Management im Team für Sektor- und Themenfonds tätig ist. Co-Manager sind Christoph Butz als Nachhaltigkeitsexperte mit einer Ausbildung in Forstwirtschaft und Philippe de Weck als Senior Investment Manager.

Rund 65 Prozent "Wald- oder Holzwert"

Nachdem sich nicht alle Unternehmen im Portfolio ausschließlich mit der Holzproduktion oder mit der Verwaltung von Wäldern beschäftigen, ist ein Teil des Portfolios von externen Faktoren abhängig. Der Schwerpunkt bei den Unternehmen liegt jedoch auf Holz und der durchgerechnete "Wald- oder Holzwert" liegt bei rund 65 Prozent.

Als Themenfonds repräsentiert dieser Fonds naturgemäß auch einen Mix von Unternehmen aus entwickelten Märkten und Schwellenländern und dieser Aspekt wird von Investoren unterschiedlich betrachtet. Während die eine Gruppe der Investoren bei der Einschätzung der zukünftigen Potenziale sich eher auf den Emerging Markets Anteil fokussiert, sehen andere Investoren die Marktkapitalisierung als wichtigen Aspekt und andere wiederum das Thema "Holz" an sich. Die Gewichtung der einzelnen Faktoren bleibt eine Entscheidung des Investors.

Wälder wichtig für Klimaschutz

Wälder sind grosse Kohlenstoffspeicher: Alle Wälder weltweit speichern zusammen mehr Kohlenstoff als in der Atmosphäre enthalten ist. Die anhaltende Abholzung ist für rund 20% der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Zudem dürfte der Klimawandel das Wachstum der Waldbestände in bisher noch unbekannter Weise beeinträchtigen. Wälder werden aber in Zukunft wahrscheinlich eine wesentliche Rolle in der Bekämpfung des Klimawandels spielen. Die erste Phase des Kyoto-Protokols (2008-2012) sieht keine Belohnung der Länder vor, die ihre Wälder erhalten haben. Hier steht ein Umbruch bevor.

Auf dem Klima-Gipfel in Bali war Ende 2007 zum ersten Mal davon die Rede, dass das Kyoto-Protokol als Instrument zur Bekämpfung der Waldzerstörung eingesetzt werden könnte, indem Kohlenstoffkredite für das Nichtabholzen vergeben würden. Erste bahnbrechende Abkommen, die Kompensationszahlungen an Waldbesitzer vorsehen, um so Abholzungen zu vermeiden, sind bereits getroffen worden. Der Fonds kann beispielsweise auch in Unternehmen investieren, die sich mit dem Management von Wäldern und der Emission und Vermarktung von CO2 Zertifikaten spezialisieren.

Nach Ansicht der Analysten von Pictet Funds profitiert Holz auch im Rahmen der Klimawandeldebatte von erhöhter Aufmerksamkeit als erneuerbare, kohlenstoffneutrale Energiequelle zur Ablösung von konventionellen fossilen Energiequellen. Die Regierungen arbeiten an umweltpolitischen Strategien zur Nutzung der Biomasse als Energiequelle zwecks Reduktion des CO2-Ausstosses. So sieht etwa der Ende 2005 von der EU-Kommission verabschiedete Aktionsplan für Biomasse Massnahmen vor, die bis 2010 zu einer klaren Verdoppelung der Biomassennutzung in der EU führen könnten.

In Anbetracht der hohen Preise für fossile Energie könnte dieser Aktionsplan dieNachfrage nach Biomasse des Waldes und vor allem nach sogenannten Zweitgenerationen-Biotreibstoffen schüren. Diese basieren auf Holzabfällen, die im Gegensatz zu Mais oder Zucker (deren ökologischer Nutzen als Treibstoff immer stärker bezweifelt wird) nicht mit Lebensmitteln im Wettbewerb stehen. Das Auflagedatum des Fonds ist der 30. September 2008. Weitere News zu Pictet finden Sie hier. 

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