Pinochet-Agenten zu sieben Jahren Haft verurteilt

23. September 2008, 10:08
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Spanischer Priester nach Militärputsch spurlos verschwunden - Alle Angeklagten wurden bereits in früheren Verfahren verutreil

Santiago de Chile - Im Zusammenhang mit dem Fall des 1974 in Chile spurlos verschwundenen spanischen Priesters Antonio Llido hat ein Gericht in Santiago de Chile führende Ex-Geheimdienstleute der Militärdiktatur von Augusto Pinochet zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Der Richter Jorge Zepeda setzte das Strafmaß für den früheren Chef von Pinochets Geheimdienst DINA, Manuel Contreras, sowie seine Mitangeklagten Miguel Krassnoff, Marcelo Morembrito und Basklay Zapata auf sieben Jahre Gefängnis fest.

Alle Angeklagten sind bereits in früheren Verfahren wegen Menschenrechtsverletzungen während Pinochets Gewaltherrschaft zwischen 1973 und 1990 verurteilt worden.

Priester spurlos verschwunden

Llido war seit 1969 als Armenpriester in der zentralchilenischen Stadt Quillota tätig. Er gehörte der Gruppe Christen für den Sozialismus an und unterhielt Verbindungen zur Bewegung der revolutionären Linken (MIR). Wenige Tage nach dem Militärputsch vom 11. September 1973 suchte er Schutz in der Hauptstadt Santiago. Dort wurde er 1974 festgenommen, ins Gefängnis gesperrt und von dort aus in das größte Folterzentrum des Militärregimes, Cuatro Alamos, gebracht. Dort verliert sich seine Spur.

Laut dem Bericht eines Untersuchungsausschusses unter Vorsitz des sozialistischen Abgeordneten Raul Rettig wurden während Pinochets Herrschaft (1973-1990) in Chile knapp 3.200 Menschen ermordet. Nachweislich wurden mindestens 28.000 Menschen gefoltert, vermutlich ist die Zahl der Folteropfer jedoch wesentlich höher. (APA)

 

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