Schlachthof St. Marx wird für 57 Mio. Euro zum "Media Quarter"

22. September 2008, 14:30
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Österreichs größtes Medienzentrum mit 35.000 Quadratmetern soll bis 2010 fertig sein

 Am alten Schlachthof St. Marx im Wiener Stadtteil Erdberg zieht wieder Leben ein: Nachdem bereits seit 2004 das kleine "Media Quarter Marx" am Areal ansässig ist, wurde am Montag der Grundstein für einen Neubaukomplex gelegt, der das Areal zum größten Medienzentrum Österreichs machen soll. Für 57 Mio. Euro entsteht bis Frühjahr 2010 ein 35.000 Quadratmeter großer Bau, dessen Kern ein 500 Quadratmeter großes und 14 Meter hohes TV-Studio ist.

Darüber hinaus gibt es Räumlichkeiten für die Nachbearbeitung und die Regie. Angestrebt wird aber ein Mediencluster für Kreative aller Sparten. Für die Einzelunternehmen sollen Kosten für Stehzeiten der Geräte minimiert und sie von infrastrukturellen Aufgaben entbunden werden.

Konkrete Gespräche

Es gebe bereits konkrete Gespräche mit sogenannten Ankermietern, für die man maßgeschneiderte Angebote bieten wolle, betonte Claus Hofer vom Zentrum für Innovation und Technologie (ZIT), das gemeinsam mit dem privaten VBM-Beteiligungsmanagement die Errichtungsgesellschaft trägt. Namen könne man derzeit jedoch noch nicht nennen, so der ZIT-Geschäftsführer.

Ein möglicher Mieter könnte die "Filmstadt-Wien Studiogesellschaft m.b.H." unter der Führung des Produzenten Kurt Mrkvicka sein, die derzeit die Wiener Rosenhügelstudios vom ORF gemietet hat und wie der STANDARD berichtete einen Umzug in Erwägung zieht. Dieser Vertrag laufe noch bis 2014, unterstrich der bei der Grundsteinlegung anwesende Mrkvicka. Man lote derzeit aus, welche Kooperationsmöglichkeiten es gäbe, wobei eine Entscheidung in den kommenden zwei Jahren fallen müsse. Es sei jedenfalls alles in Bewegung, und "offengestanden halte ich zwei große Medienstandorte in Österreich für nicht zielführend."

Medien als Kernsektor in Wien

Die ebenfalls erschienene Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner (S) unterstrich, dass das "Media Quarter Marx" eine gezielte Investition sei, um die Medien als Kernsektor in Wien zu positionieren. Bereits seit 2004 existiert auf dem Nachbargrundstück ein 2.200 Quadratmeter großes Medienzentrum mit sieben Studios. Hier werden täglich 40 Stunden Fernsehen produziert. Ebenfalls in unmittelbarer Nähe findet sich die sanierte, denkmalgeschützte Rinderhalle. Ein Betreiber für den 114 Meter breiten und 175 Meter langen Bau ist unterdessen jedoch noch nicht gefunden. Das Ende der nebenliegenden Fleischhalle ist ebenso besiegelt. Auch hier steht die künftige Nutzung nach dem Abriss noch aus. (APA)

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