Hamilton-Entscheidung vertagt

22. September 2008, 19:43
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McLaren bekämpft Spa-Urteil vor FIA-Berufungsgericht in Paris - Haug: "Fakten sprechen klar für Lewis" - Urteil am Dienstag

Paris/Stuttgart  - Das Berufungsgericht des Automobil-Weltverbandes FIA hat die Entscheidung über die Zeitstrafe gegen Formel-1-Vizeweltmeister Lewis Hamilton beim Großen Preis von Belgien vertagt. Das Urteil soll am Dienstag bekanntgegeben werden. Vorausgegangen war eine mehrstündige Verhandlung im FIA-Hauptquartier in Paris.

McLaren-Mercedes-Pilot Hamilton war nach dem Rennen in Spa-Francorchamps vor zwei Wochen nachträglich mit einer 25-Sekunden-Zeitstrafe belegt worden, nachdem er in einer Schikane abgekürzt und sich damit einen Vorteil verschafft haben soll. Sein Rennstall hatte Einspruch eingelegt.

Haug zählt auf Fakten

 "Die Fakten sprechen klar für Lewis", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug vor der Verhandlung. Die Juristen müssen entscheiden, ob der britische Formel-1-Pilot vor zwei Wochen zurecht von Platz eins auf Rang drei strafversetzt wurde.

"Ich fühle mich nicht schuldig", betonte der WM-Spitzenreiter. Für den Briten geht es vier Rennen vor Ende der Saison um viel. Erhält der 23-Jährige den Sieg zurück, wächst sein Punktekonto um vier Zähler auf 82. Verfolger Felipe Massa, der als ursprünglicher Zweiter in Spa nach Hamiltons Bestrafung den Sieg "erbte", würde hingegen zwei Punkte verlieren. Mit dann 75 Zählern hätte der brasilianische Ferrari-Mann statt einem Punkt plötzlich sieben Zähler Rückstand auf den WM-Führenden.

"Man kann sich mal täuschen"

"Ich hoffe, dass die FIA die Möglichkeit der Berufungsverhandlung nutzt, denn man kann sich mal täuschen", sagte Haug. Hamilton indes ist auch für eine Enttäuschung gerüstet: "Wie auch immer das Ergebnis in Paris sein wird, für mich geht es weiter. Ich konzentriere mich darauf, in den nächsten Rennen mehr Punkte zu holen und zu beweisen, dass mich nichts umwerfen kann."

Die Rennkommissare hatten Hamilton vorgeworfen, durch das Abkürzen einer Schikane kurz vor Ende des Rennens in Spa einen Vorteil gegen den führenden Räikkönen erworben zu haben. Daher wurde der Brite zwei Stunden nach der Zieldurchfahrt mit einer 25-Sekunden-Zeitstrafe belegt und rutschte hinter Massa und BMW-Sauber-Fahrer Nick Heidfeld auf Rang drei.

Vorschriften nun präzisiert

McLaren hingegen argumentiert, Hamilton sei kurz vom Gas gegangen und habe Räikkönen wieder vorbeiziehen lassen, ehe er den Finnen erneut überholte. Zudem hatte Renndirektor Charlie Whiting dem Team auf Nachfrage während des Grand Prix zweimal bestätigt, das Manöver sei "okay" gewesen. "Ich fühle mich, als hätte ich das Rennen gewonnen", sagte Hamilton.

Beim Italien-Grand-Prix in Monza vor einer Woche präzisierten die Regelhüter die Vorschriften für das Überholen nach dem Abkürzen einer Schikane. Mindestens eine weitere Kurve soll künftig jeder Pilot abwarten, ehe er seinen Konkurrenten nach einem solchen Manöver erneut attackiert. (APA/dpa)

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    Hamilton vor der Anhörung in Paris.

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