Spanien und Argentinien im Finale

20. September 2008, 22:59
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Nadal sorgte gegen Roddick für dritten Punkt gegen die USA - "Gauchos" setzten sich in Buenos Aires 3:2 gegen Russland durch

Der Weltranglisten-Erste Rafael Nadal hat Spaniens sechsten Einzug in ein Davis-Cup-Endspiel perfekt gemacht. Im Halbfinal-Duell gegen die USA bezwang der Tennis-Olympiasieger am Sonntag in Madrid US-Topspieler Andy Roddick mit 6:4,6:0,6:4 und brachte die Iberer damit uneinholbar 3:1 in Front. Spaniens Gegner im Endspiel (21. bis 23. November) ist Argentinien nach einem 3:2-Erfolg in Buenos Aires gegen Russland.

"Ich hatte dieses Jahr viele tolle Momente, aber nirgendwo habe ich eine solche Atmosphäre wie hier erlebt", bedankte sich Nadal bei den rund 21.000 Zuschauern in der Stierkampf-Arena Las Ventas, die ihn bei seiner eindrucksvollen Vorstellung gegen Roddick lautstark unterstützt hatten. Im sechsten Vergleich mit dem Weltranglisten-Achten war es der vierte Erfolg für Nadal.

Wegen Regens hatte die Partie mit fast zwei Stunden Verspätung begonnen, dann machte der 22-Jährige kurzen Prozess mit Roddick. Nach 2 Stunden 12 Minuten verwandelte er seinen vierten Matchball. "Jetzt habe ich zum Glück erstmal Ferien", sagte der Mallorquiner rückblickend auf seine zu Ende gehende, lange Erfolgs-Saison. Im bedeutungslos gewordenen Abschluss-Einzel stellte Feliciano Lopez mit einem 7:6(3),7:6(4) gegen Sam Querrey den 4:1-Endstand her.

Im entscheidenden vierten Einzel des Halbfinal-Duells gegen Russland fertigte Argentiniens 19-jährige Nummer zwei Juan Martin del Potro Igor Andrejew 6:4,6:2,6:1 ab. Damit bezwangen die "Gauchos" den Vorjahresfinalisten in Buenos Aires 3:2. Zuvor hatte Nikolaj Dawydenko gegen David Nalbandian für die Russen, die nach dem ersten Tag schon 0:2 zurücklagen, ausgeglichen.

Erst ein 8:6 im fünften Satz des Doppels hatte Russland in den dritten Tag gerettet. Dawydenko setzte sich daraufhin im Nummer-1-Duell gegen Nalbandian 3,6,6:3,7:6(3),6:0 durch. Im entscheidenden fünften Match zeigte del Potro, mit dem Selbstvertrauen von 24 Siegen aus den jüngsten 25 Partien, keine Nerven und ließ Andrejew nicht den Funken einer Chance.

Argentinien, das für das Endspiel vom 21. bis 23. November gegen Spanien erstmals in einem Finale Heimrecht hat, wartet nach den Final-Einzügen 1981 und 2006 noch auf einen Davis-Cup-Sieg. Spanien holte die "Salatschüssel" 2000 und 2004. Vor eigenem Publikum sind die Südamerikaner seit zehn Jahren ungeschlagen.

In der Relegation führte Roger Federer die Schweiz bei seinem Davis-Cup-Comeback zurück in die Weltgruppe. Gegen Belgien machten die frühere Nummer eins der Welt und sein "Gold-Partner" von Peking, Stanislas Wawrinka, bereits im Doppel beim 4:6,7:6(6),6:3,6:3 gegen Xavier Malisse/Olivier Rochus alles klar. Den Grundstein für den Aufstieg hatten beide mit ihren Erfolgen in den Auftakt-Einzeln gelegt.

Federer hatte vor dem Duell in Lausanne angekündigt, bei einem Aufstieg 2009 auf jeden Fall die erste Davis-Cup-Runde bestreiten zu wollen. Diese wird am Dienstag in Madrid ausgelost. Mit im Lostopf sind auch die Serben um den Weltranglisten-Dritten Novak Djokovic, die sich in der Relegation gegen die Slowakei durchsetzten.

Nicht in der Weltgruppe vertreten sind im nächsten Jahr die Australier, die sich stark ersatzgeschwächt auswärts Chile geschlagen geben mussten. Fernando Gonzalez holte im vierten Match gegen Chris Guccione den entscheidenden dritten Punkt. Weiters sicherten sich Kroatien, Israel, Niederlande, Rumänien und Österreich den Platz in der Weltgruppe. (APA/dpa)

 

 

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