Aeroflot-Absturz: Ermittler vermuten technisches Versagen

15. September 2008, 15:40
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88 Insassen kamen bei Absturz im Ural ums Leben - Die Flugschreiber werden noch ausgewertet

Perm - Nach dem Absturz einer Aeroflot-Maschine im Ural mit 88 Toten gehen die Ermittler von technischem Versagen als Unglücksursache aus. Als wahrscheinlichste Erklärung für den Absturz gelte ein technischer Fehler, sagte ein Vertreter der russischen Staatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur Interfax am Montag.

Chefermittler Alexander Bastrikin erklärte, möglicherweise sei in einem der beiden Triebwerke Feuer ausgebrochen. Die Flugschreiber der Maschine wurden zur Auswertung nach Moskau geschickt. Der Inlandsgeheimdienst FSB erklärte, nichts deute auf einen Terroranschlag als Unglücksursache hin.

"Rätselhaft"

Die russische Zeitung "Kommersant" bezeichnete den Absturz als eines der "rätselhaftesten Flugzeugunglücke des Landes". Der Pilot habe sich vor dem Unglück "unnormal" verhalten und sei den einfachsten Anweisungen nicht gefolgt, zitierte die Zeitung den Chef der zuständigen Fluglotsen. Danach sei das Flugzeug beim zweiten Versuch des Landeanflugs in die Höhe gestiegen, statt sich zu senken. Auch sei das Flugzeug nach links statt wie vorgegeben nach rechts geflogen. Auf Nachfrage des Towers habe der Pilot jedoch über Funk geantwortet, alles sei in Ordnung.

Rund 300 Ermittler und Rettungshelfer halfen am Montag bei der Bergung des Wracks an der Unfallstelle neben einer Bahnstrecke am Rande der Millionenstadt Perm. In der Region wehten die Flaggen auf halbmast, Fernsehshows wurden abgesagt. Der russische Präsident Dmitri Medwedew sagte wegen der Tragödie laut Zeitungsberichten die Feierlichkeiten zu seinem 43. Geburtstag am Montag ab.

Die Boeing 737 der russischen Fluggesellschaft Aeroflot war Sonntag früh beim Landeanflug auf die Millionenstadt Perm in Brand geraten und abgestürzt. Alle 88 Insassen kamen ums Leben, darunter laut Aeroflot auch ein Deutscher. (APA/AFP)

 

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