Olmert warnt vor "unerträglichen" Folgen versäumter Friedensregelung

15. September 2008, 14:41
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Korei bekräftigt: Ohne Jerusalem keine Einigung

Tel Aviv - Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hat am Montag vor "unerträglichen" Folgen gewarnt, sollten Israel und die Palästinenser sich nicht rasch auf ein Friedensabkommen einigen. Olmert sagte nach Medienberichten vor dem parlamentarischen Ausschuss für Außen- und Sicherheitspolitik: "Jeder Tag, der vergeht, an dem wir keine Einigung mit den Palästinensern finden, ist ein Tag, den wir später bereuen könnten."

Olmert will in den kommenden Tagen erneut zu Beratungen mit dem Palästinenserpräsidenten Mahmoud Abbas zusammentreffen. Nach palästinensischen Angaben ist das Gespräch am Dienstag geplant, Olmerts Sprecher wollte am Montag nur bestätigen, dass es im Verlauf der Woche vorgesehen sei.

Vereinbarung von Annapolis

Israel und die Palästinenser hatten im vergangenen November bei einem Nahostgipfel im amerikanischen Annapolis vereinbart, bis Ende 2008 eine Friedensregelung auszuarbeiten. Seit der Wiederaufnahme der Friedensgespräche im Jänner gab es immer wieder widersprüchliche Berichte über den Stand der Verhandlungen.

Der palästinensische Chefunterhändler Ahmed Korei bekräftigte am Sonntag, ohne Jerusalem habe eine Einigung keinen Sinn. "Jerusalem ist die Hauptstadt des Herzens, der Seele, der Religion, des Glaubens, der Kultur und der Wirtschaft", sagte er. Die Friedensgespräche seien schwierig und die Aussichten dazu düster. Israel hatte am Wochenende erklärt, man wolle in der aktuellen Verhandlungsrunde nicht über die Zukunft Jerusalems sprechen.

Olmerts Kadima-Partei wählt an diesem Mittwoch einen neuen Vorsitzenden. Angesichts schwerer Korruptionsvorwürfe gegen ihn hat Olmert (62) angekündigt, er werde unmittelbar danach zurücktreten. Die führende Kandidatin für den Kadima-Vorsitz, Außenministerin Tzipi Livni (50), will die Friedensgespräche mit den Palästinensern fortsetzen. Ihr Hauptrivale, Transportminister Shaul Mofaz (60), gilt als Rechtsaußen in der Partei. (APA/dpa)

 

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