"Unser Protest hat sich ausgezahlt"

12. September 2008, 12:15
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Die ehemalige ÖH-Vorsitzende Barbara Blaha schließt im derStandard.at-Gespräch die Rückkehr zur SPÖ nicht aus

"Es hat sich ausgezahlt", sagt Barbara Blaha über ihre Bemühungen als ehemalige Vorsitzende der ÖH. Bei der Regierungsbildung im Jänner 2007 ging sie mit tausenden Studierenden auf die Straße, um gegen den Umfaller der SPÖ zu protestieren. Die teilweise Abschaffung der Studiengebühren ist mit dem rot-grün-blauen Antrag in der heutigen Nationalratssitzung greifbar nahe.

"Noch viele offene Fragen"

"Es freut mich natürlich, dass es zu einem Kompromiss gekommen ist. Denn es ist eine tatsächliche Verbesserung der Ist-Situation", so Blaha im Gespräch mit derStandard.at. Ein Kritikpunkt sei zwar, dass ausländische Studierende noch zahlen müssen, aber auch hier ist sie zuversichtlich: "Heute ist nicht aller Tage. Es gibt in dem Antrag noch viele offene Fragen, die geklärt werden müssen."

Den Erfolg verbucht sie vor allem den Studierenden, die sich dem Aufstand der ÖH im Winter 2007 angeschlossen hatten. "Es war wichtig, dass wir damals auf die Straße gegangen sind. Sonst wäre die Studiengebührendiskussion heute gar kein Thema mehr." An der derzeitigen ÖH-Spitze hat sie zu bemängeln, dass sie nicht hart genug für die Abschaffung der Gebühren eingetreten ist: „Der AktionsGemeinschaft war das nie so ein Herzensanliegen wie uns (VSStÖ., Anm.)."

Wird sie jetzt wieder der SPÖ beitreten? „Das gebrochene Wahlversprechen war ja nur das Tüpfelchen auf dem I", lacht die ehemalige Studierendenvertreterin. Ihr Ausstieg hatte damals viele Gründe. Jetzt müsse die SPÖ beweisen, dass es sich bei dem Antrag nicht um einen "Wahlkampfgag" handle. Eine Rückkehr in die Partei schließt sie nicht aus, will sie aber auch nicht überstürzen: "Das muss gut überlegt sein. Ich warte erst einmal die Koalitionsverhandlungen ab." (Elisabeth Oberndorfer/derStandard.at, 12. September 2008)

 

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    Am Tag der Regierungsangelobung zog die damalige ÖH-Vorsitzende mit tausenden Studierenden zum Ballhausplatz.

  • "Eine tatsächliche Verbesserung der Ist-Situation" nennt Blaha den rot-grün-blauen Antrag.
    foto: standard/newald

    "Eine tatsächliche Verbesserung der Ist-Situation" nennt Blaha den rot-grün-blauen Antrag.

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