"Zielgerichtete Therapie" weniger belastend als Chemo

12. September 2008, 11:10
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Neue Strategien im Kampf gegen Brustkrebs - "Zielgerichtete Therapie" wirkt bei Brustkrebs auch langfristig

Stockholm - Die "zielgerichtete Krebsbehandlung" mit ihren unterschiedlichen Ausprägungen hat sich mittlerweise bei einer ganzen Reihe von bösartigen Erkrankungen fix etabliert. Bei Brustkrebs stand hier am Beginn der monoklonale Antikörper Trastuzumab ("Herceptin"). Er blockiert die bei 20 bis 25 Prozent der Patientinnen an der Oberfläche der Tumorzellen vermehrt gebildeten HER2-Rezeptoren. Das führt zu einem verstärkten, aggressiverem Wachstum der bösartigen Zellen.

Wiederauftreten verhindern

Roche-Onkologie-Chef Modher Mahjoubi: "Mit diesem Medikament gleichen wir sozusagen das erhöhte Risiko von Patientinnen mit mehr HER2-Rezeptoren wieder jenem der anderen Erkrankten an. So können wir mit dem Medikament über einen Zeitraum von 36 Monaten die Häufigkeit des Wiederauftretens der Erkrankung um bis zu 40 Prozent verringern."

Der Anteil der Frauen mit einem chirurgisch entfernten Mammakarzinom, welche innerhalb von drei Jahren keinen Rückfall haben, stieg mit der neuen Behandlung von 74,3 Prozent auf 80,6 Prozent. Betrug zu Beginn der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts die durchschnittliche Überlebenszeit von Patientinnen mit der aggressiveren Form von Brustkrebs und Metastasen in der Leber nur sechs Monate, beträgt sie nunmehr rund 36 Monate. Der zusätzliche Vorteil der "zielgerichteten Therapie": Sie ist zumeist weniger belastend als eine Chemotherapie. Allerdings handelt es sich derzeit zumeist um eine Kombination der neuen Arzneimittel mit herkömmlichen Zytostatika.

Doch die Entwicklung geht weiter. Mahjoubi: "Wenn die verwendete Kombination von Chemotherapie und Trastuzumab die Wirkung verliert, kann man das Chemotherapeutikum austauschen." Die Wirkung des monoklonalen Antikörpers bleibt interessanterweise erhalten. Mittlerweile denkt man bereits daran, die verschiedenen neuen Präparate selbst wieder zu kombinieren.

Mahjoubi: "Mein Traum ist irgendwie, dass wir - wenn ich einmal in Pension gehe - keine Chemotherapie bei Krebs mehr benötigen, sondern stattdessen 'zielgerichtete Medikamente' in Kombination verwenden." (APA)

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    Onkologe Modher Mahjoubi: "Mein Traum ist irgendwie, dass wir - wenn ich einmal in Pension gehe - keine Chemotherapie bei Krebs mehr benötigen, sondern stattdessen 'zielgerichtete Medikamente' in Kombination verwenden."

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