Polizist soll Kollegin vergewaltigt haben: Warten auf Justiz

11. September 2008, 21:31
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Grazer Beamtin erstattete erst vier Monate nach dem angeblichen Vorfall Anzeige - Landespolizeichef: Es wird ihr nicht so leicht gefallen sein

Graz - Nach dem am Mittwoch bekannt gewordenen Vorwurf einer 23-jährigen Grazer Polizistin, von einem Kollegen während der gemeinsamen Streife vergewaltigt worden zu sein, wartet die Polizei vorerst ab. Wenn die Staatsanwaltschaft nach der vor einer Woche erfolgten Anzeige der Frau Anklage erheben sollte, werde der "Ausgang des Verfahrens auch Grundlage für das interne Disziplinarverfahren sein", so Landespolizeichef Peter Klöbl zum Standard.

Über die Gründe, warum sich die Beamtin des Stadtpolizeikommandos erst vier Monate nach dem angeblichen Vorfall traute, Anzeige zu erstatten, könne er "nur mutmaßen", so Klöbl: "Es wird ihr nicht so leicht gefallen sein, einerseits aus Scham, andererseits aus Rücksicht auf den betroffenen Kollegen", so der Polizeikommandant. Der beschuldigte Beamte ist vorübergehend vom Dienst suspendiert, die Polizistin ist weiterhin im Dienst. Heute, Freitag, soll die Disziplinarkommission weiter über den Fall beraten. (Colette M. Schmidt/ DER STANDARD Printausgabe 12.9.2008)

 

 

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