FGM: Versachlichung der Diskussion und Prävention angesagt

10. September 2008, 13:45
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Informationsfolder der Plattform "stopFGM" soll künftig in Arztpraxen aufliegen, um eventuell Betroffene zu erreichen - Auch Broschüre für ÄrztInnen in Planung

Wien - Die Plattform gegen weibliche Genitalverstümmelung "stopFGM" ist in ihrem Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation FGM) ein Schritt weiter gegangen. Ein Informationsfolder soll künftig in Krankenhäusern und Arztpraxen aufgelegt werden, um Familien über die körperlichen und psychischen Konsequenzen des brutalen Eingriffs aufzuklären.

Schwere Körperverletzung

"Die Broschüre erscheint in Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch und Somali und richtet sich speziell an die Eltern", erklärte Petra Bayr, Initiatorin der Plattform "stopFGM" bei der Präsentation am Mittwoch in Wien. "Wir hoffen, dass wir damit zur Versachlichung der Diskussion beitragen und präventiv helfen können."

Die LeserInnen sollen über die körperlichen und psychischen Folgen von Genitalverstümmelung sowie über die rechtliche Situation in Österreich aufgeklärt werden. Bei der Beschneidung der weiblichen Genitalien handelt es sich um schwere Körperverletzung, es drohen bis zu zehn Jahren Gefängnis.

Folgenschwerer Einschnitt

Das gesundheitliche Leid der Frauen kann durch die Haftstrafen jedoch nicht gelindert werden: Häufig kommt es zu Entzündungen, Infektionen sowie zu Schmerzen beim Urinieren und während der Menstruation. Der Geschlechtsverkehr ist ebenfalls sehr erschwert, bei der Geburt von Kindern kommt es häufig zu Komplikationen, die auch mit dem Tod von Mutter und Kind enden können.

In der Broschüre finden Mädchen und Frauen auch eine Liste mit Beratungseinrichtungen, an die sie sich wenden können. "Wir stehen den Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite und suchen abhängig von ihren Problemen gemeinsam eine Lösung", erklärte Kathleen Löschke-Yaldiz vom Frauengesundheitszentrum FEM Süd.

ÄrztInnen selbst erreichen

Unterstützt wird die Initiative auch von der Wiener Frauengesundheitsbeauftragten Beate Wimmer-Puchinger, die bereits Pläne für weitere Aufklärungsmaßnahmen hat: So ist ein Folder in Vorbereitung, der sich mit dieser Thematik direkt an die ÄrztInnen richtet. (APA)

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