Wirtschaftsexperten erwarten weitere Preisstürze beim Öl

6. September 2008, 16:50
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Britischer Forscher hält 40 Dollar pro Barrel für denkbar - HWWI-Experte sieht langfristig Preis von 85 Dollar

Frankfurt/Main - Wirtschaftsexperten halten weitere Preisstürze beim Öl für realistisch. "Ein Ölpreis von 40 Dollar je Barrel ist natürlich möglich", sagte der britische Energieforscher und Ex-BP-Manager Nick Butler der Zeitung "Die Welt".

Mit weiter fallenden Ölpreisen rechnet auch das Hamburger Welt-Wirtschafts-Institut (HWWI). "Wir halten es für denkbar, dass die Ölpreise bereits in diesem Jahr auf unter 100 Dollar pro Barrel (159 Liter) sinken", sagte HWWI-Konjunkturchef Michael Bräuninger dem "Hamburger Abendblatt". Langfristig erwarte das Institut, dass sich der Ölpreis auf einem Niveau von 85 US-Dollar einpendle. Vor allem der erstarkte Dollar drückt derzeit auf den Ölpreis: Ein Barrel Rohöl kostete am Freitag weniger als 107 Dollar, Anfang Juli waren es noch 145 Dollar gewesen.

"Es gibt keine Ölknappheit"

Butler begründete seinen Optimismus in Sachen Öl-Preis mit den weiterhin niedrigen Produktionskosten. "Die Produktionskosten liegen noch immer deutlich unter 20 Dollar, genauso wie zu Beginn des Jahrzehnts", sagte er. "Es gibt eine Menge Öl auf der Welt. Es gibt keine Ölknappheit. Bei einem Preis von 20 Dollar würden einfach nur die riesigen Gewinne wegfallen, die Russland und andere Förderländer derzeit machen", erklärte Butler, der das Centre for Energy Studies an der britischen Cambridge University leitet und zuvor BP-Strategiechef war.

Der Experte rechnet damit, dass der Ölpreis auch auf kurze Sicht weiter unter Druck stehen wird. "Ich erwarte, dass der Ölpreis in diesem und im nächsten Jahr die meiste Zeit bei unter 100 Dollar je Barrel bleiben wird", sagte Butler. Als Begründung nannte er deutlich gestiegene Überkapazitäten. (APA/AP)

 

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