Sisis Ermordung aufgerollt

9. September 2008, 19:53
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Vor 110 Jahren wurde die österreichische Kaiserin von Luigi Lucheni erstochen - Sonderausstellung im Sisi-Museum in Wien

Wien - Vor 110 Jahren, am 10. September 1898, wurde die österreichische Kaiserin Elisabeth in Genf auf offener Straße ermordet. Das Sisi-Museum in Wien gedenkt dieses Ereignisses und richtet den Blick auf den Täter Luigi Lucheni. Anhand historischer Zeitungsberichte werden die Hintergründe der Ermordung aufgerollt.

Die Todesnachricht erschütterte damals ganz Europa, auch wenn Elisabeth von Österreich noch längst keine Ikone war. Sie galt als wenig volksnah und zog sich von ihren Pflichten weitgehend zurück. Erst in den Jahrzehnten nach ihrem Tod wurde Sisi zur gefeierten, beliebten Kaiserin stilisiert.

Attentatsentschluss

Luigi Lucheni wurde am 22. April 1873 als Sohn einer Arbeiterin mit italienischer Abstammung in Paris geboren. Er begann, sich mit der Literatur und den Theorien des Anarchismus zu beschäftigen. Klassenunterschiede und sein eigenes Leben am Existenzminimum ließen seinen Hass auf die adeligen und vermögenden Schichten wachsen. Auslösendes Ereignis für seinen Plan ein Attentat zu begehen, war die blutige Niederschlagung eines Arbeiteraufstandes in Mailand 1898.

Als Opfer wählte er den Prinz von Orleans aus, der die Stadt jedoch früher als geplant verließ. Aus der Zeitung erfuhr er, dass sich Elisabeth ebenfalls in Genf aufhielt. Als diese abreisen wollte, lauerte er ihr auf. Er stürzte sich auf sie und stieß ihr eine  zugeschliffene Dreikantfeile mitten ins Herz. Sie wurde ins Hotel zurückgebracht, wo sie wenig später verstarb. Lucheni wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, im Oktober 1910 erhängte er sich in seiner Zelle.

Ausstellung

Die Mordwaffe, eine Leihgabe der Wiener Gerichtsmedizin, sowie die Totenmaske Elisabeths sind im Wiener Sisi-Museum ausgestellt. Anlässlich des Jahrestags der Ermordung wird auch eine Vitrine mit der zeitgenössischen Berichterstattung gestaltet. (APA/red)

Link
Sisi-Museum
(Am 10. September kann das Sisi-Museum zwischen 17 und 20 Uhr bei freiem Eintritt besucht werden.)

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    Die Feile, mit der Kaiserin Elisabeth erstochen wurde

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    Sisis Totenmaske

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