Deutsche Industrie mit weniger Aufträgen im Juli

4. September 2008, 12:22
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Längste Negativ-Serie seit Anfang der 90er Jahre - Ministerium: "Schwächephase dürfte anhalten"

Berlin - Die deutsche Industrie hat im Juli wegen der schwachen Binnennachfrage den achten Monat in Folge weniger Aufträge erhalten. Die Bestellungen gingen preis- und saisonbereinigt um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat zurück, wie das Wirtschaftsministerium am Donnerstag in Berlin mitteilte. Seit Dezember 2007 nimmt das Neugeschäft damit kontinuierlich ab. Das ist die längste Negativserie seit Anfang der 90er Jahre. "Die Schwächephase der Industrieproduktion dürfte vor diesem Hintergrund auch in den kommenden Monaten anhalten", schrieb das Ministerium.

Volkswirte hatten mit einem Auftragsplus von 0,4 Prozent gerechnet, nachdem es im Juni ein Minus von 2,6 Prozent gegeben hatte. Grund für den unerwarteten Rückgang war das stockende Deutschland-Geschäft. Hier brach die Nachfrage um 3,6 Prozent ein. Aus dem Ausland gingen dagegen 0,3 Prozent mehr Bestellungen ein. Während die Aufträge aus den anderen Euro-Ländern um 8,1 Prozent zunahmen, gingen sie aus dem übrigen Ausland um 5,7 Prozent zurück.

Starker Rückgang bei Konsumgütern

Innerhalb der Industriesparten verzeichneten die Hersteller von Konsumgütern mit 3,1 Prozent das größte Minus. Die Nachfrage nach Maschinen, Fahrzeugen und anderen Investitionsgütern ließ um 2,4 Prozent nach. Die Produzenten von Vorleistungsgütern meldeten einen Rückgang von 0,2 Prozent.

Der Auftragseingang ist neben der Produktion der wichtigste realwirtschaftliche Konjunkturindikator. Wegen Großaufträgen, die auch diesmal leicht überdurchschnittlich ausfielen, kann er allerdings von Monat zu Monat stark schwanken. Im stabileren Zwei-Monats-Vergleich April/Mai zu Juni/Juli sanken die Aufträge um vier Prozent. Das Volumen lag um 3,4 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. (APA/Reuters)

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