Freie Räder für das weite Land

23. Februar 2003, 20:58
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"Freirad" mit Chipkarte in Niederösterreich

St. Pölten - Die Zweiten wollen die Ersten sein. Und in Sachen Leihräder "nicht wie in Wien in ein fertiges System hineintappen - und klack!". Meint Christoph Westhauser von der Landesverkehrsabteilung in St. Pölten vor dem Start des niederösterreichischen Pendants zum großstädtischen Viennabike.

Deshalb, sagt Westhauser, werde man es in Sachen "Zweirad-Freirad-Leihrad" - so der Arbeitstitel des vom Land organisierten Fahrradausborg-Projekts, das den Gemeinden zur Verfügung gestellt werden soll - langsam angehen. 90 Fahrräder verschiedenen Typs (siebengängige Mountainbikes sowie dreigängige Trekking- und Hollandräder) werden in den kommenden beiden Saisonen in Perchtoldsdorf und in Baden der gefälligen Nutzung zugeführt. Der Aktion stehen vorerst 300.000 Euro zur Verfügung.

In der Folge wolle man dann das Leihsystem landesweit verbreiten, erläutert Robert Stögner vom Klimabündnis Niederösterreich. Um Abgase zu reduzieren und das Klima zu schützen. "In Langenlois, wo seit vier Jahren ein Modellprojekt in Sachen Verkehrsparen läuft, hat sich der Anteil von Fahrrädern im Verkehr von drei auf 14 Prozent erhöht", schildert Stögner stolz.

In den zwei Probegemeinden werden die Leihfahrräder ab 17. März sichtbar im Stadtbild postiert. An eigenen Ständern werden sie mittels "Chipkarte" aus der Verankerung zu lösen sein. Alsdann kann eine Woche lang gratis umhergeradelt werden.

Die Chipkarte, erklärt Christian Rädler aus dem Büro des zuständigen niederösterreichischen Umweltlandesrats Wolfgang Sobotka (VP), werde man beim Gemeindeamt ge-gen Vorlage eines Personalausweises erhalten - ein Versuch, der Versuchung zum Fahrradklau einen Riegel vorzuschieben: "Vor den Erfahrungen in Wien hätten wir diese Gefahr als weitaus geringer eingeschätzt."

Beim Erstversuch in Wien, Räder gegen ein Einkaufswagerlpfand ausleihen zu können, verschwanden die Geräte in großer Zahl. Im kommenden Frühjahr soll ein neuer Betreiber die Gratisradaktion neu starten.(Irene Brickner/DER STANDARD, Printausgabe, 24.2.2003)

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