Almunia fordert Respekt vor EU-Regeln bei Rettungsplan

31. August 2008, 13:08
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EU-Wettbewerbskommissar rügt krisengeschüttelte Airline - Piloten planen Protestaktionen gegen Jobabbau

Rom - EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia hat Italien zur Berücksichtigung der EU-Richtlinien im Rettungsplan für die krisengeschüttelte Airline Alitalia aufgerufen. "Alitalias Sanierung soll im Einklang mit den EU-Regeln erfolgen. Ich hoffe, dass es zu einer guten Lösung für das Unternehmen, die Belegschaft und die Passagiere kommen wird", sagte Almunia nach Angaben italienischer Medien vom Sonntag.

Piloten drohen mit Protesten

Die Gewerkschaften starten am Montag Verhandlungen mit Arbeitsminister Maurizio Sacconi über den Stellenabbau bei Alitalia. Sacconi versicherte, dass es zu weniger als 5.000 Jobstreichungen kommen wird. Die Piloten drohten mit Protesten. Ohne klare Informationen über die Zahl der Stellen, die bei Alitalia gestrichen werden müssen, wollen sie mit der Regierung über den Rettungsplan nicht verhandeln.

"Es gibt keine Alternativen zu diesem Rettungsplan", erwiderte der Chef der Mailänder Bank Intesa San Paolo, Corrado Passera, der im Auftrag der Regierung Berlusconi den Sanierungsplan entworfen hat. Passera sucht nach weiteren Unternehmen, die sich dem Bündnis zur Alitalia-Rettung anschließen könnten. Zu den Interessenten zählen nach Angaben der römischen Tageszeitung "La Repubblica" am Sonntag die Mailänder Investmentbank Mediobanca und British Airways.

Antrag auf Insolvenz

Alitalia hatte am Freitag einen gestellt. Damit wurde der erste Schritt auf dem Weg zu einem Umbau und einer Verschlankung eingeleitet, womit das Unternehmen gerettet werden soll. Zum Insolvenzverwalter wurde der Steuerberater und Ex-Finanzminister Augusto Fantozzi ernannt. "Ich steige in ein Flugzeug ohne Sprit ein. Ich habe diesen Auftrag auf Pflichtbewusstsein übernommen. Es ist für mich eine Herausforderung. Ich hoffe auf Resultate im Interesse der Italiener", so Fantozzi nach Medienangaben vom Samstag.

Das italienische Kabinett machte am Donnerstag mit einer Gesetzesänderung den Weg zur Rettung von Alitalia frei. Danach soll die Fluglinie in zwei Gesellschaften aufgespalten werden. Die eine übernimmt die profitablen Bereiche, in die investiert wird. Die andere Gesellschaft übernimmt die Verbindlichkeiten und wird unter Insolvenzrecht gestellt. Die dazu nötige Änderung des Insolvenzrechts wurde im Kabinett bewilligt. (APA)

 

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