Schulstress für Eltern: Immer mehr helfen bei Hausübungen

29. August 2008, 14:00
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AK-Forderung nach Ganztagsschule und Aus für Sitzenbleiben

Wien - Nicht nur für Kinder, sondern auch für deren Eltern bedeutet Schule oft Stress: Laut einer aktuellen Umfrage der Arbeiterkammer bekommen 56 Prozent der Schüler unter 14 Jahren täglich Hilfe bei den Hausübungen. Dieser Wert hat zuletzt deutlich zugenommen, was laut AK unter anderem an den steigenden Preisen für professionelle Nachhilfe liegt. Gefordert wird nun eine Entlastung der Eltern - etwa durch ein flächendeckendes Angebot an Ganztagsschulen.

Nie mehr zu Hause mit den Kindern lernen müssen und nie mehr Nachhilfe zahlen. Laut der stellvertretenden Direktorin der Arbeiterkammer Wien, Johanna Ettl, kommt dieser Elternwunsch alljährlich zu Schulbeginn. Dass er sich erfüllt, dagegen sprechen die aktuellen Zahlen: Mehr als 80 Prozent der Eltern unterstützen ihre Kinder beim Lernen, 56 Prozent tun dies täglich, 17 Prozent zwei bis drei Mal die Woche und 8 Prozent zumindest einmal in der Woche.

Stress bei Volksschülern

Am höchsten liegt der Wert in der Volksschule: 69 Prozent aller Kinder gehen mit ihren Eltern täglich den Lernstoff durch, in der Hauptschule sind es 54 und in der AHS 32 Prozent. Insgesamt hat der Schulstress für Mütter und Väter zugenommen. Waren 2005 nur 48 Prozent der Eltern täglich im "Einsatz", sind es nun 56 Prozent. Der Anstieg wird von der AK nicht zuletzt damit begründet, dass aufgrund der steigenden Inflation auch Nachhilfestunden empfindlich teurer geworden sind und nicht mehr ganz so oft in Anspruch genommen werden können.

Laut AK werden insgesamt 150 Mio. Stunden elterlicher Nachhilfe pro Jahr geleistet. Eltern würden dem Staat dadurch 540 Mio. Euro für Förderunterricht ersparen. Zusätzlich zahlen sie 130 Mio. Euro für Nachhilfe.  (APA)

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