Scotland-Yard-Chef nach Rassismusvorwürfen unter Druck

28. August 2008, 21:53
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Ranghoher muslimischer Kommissar reichte Klage beim Arbeitsgericht ein

London - Der Chef von Scotland Yard, Ian Blair, ist nach Rassismusvorwürfen weiter unter Druck geraten. Einer der ranghöchsten muslimischen Kommissare der Londoner Polizei, Tarique Ghaffur, reichte am Donnerstag Klage beim Arbeitsgericht ein. Ian Blair habe ihn "über eine lange Zeit" diskriminiert. Die Diskriminierungen seien sowohl rassistischer als auch religiöser Art gewesen. Zudem habe ihn der Scotland-Yard-Chef als Sicherheitsbeauftragten für die Olympischen Spiele 2012 in London ausgebootet.

Scotland Yard reagierte schroff. Ghaffur solle seine "Klappe halten" und den "Job weiter machen", sagte Vize-Kommissar Paul Stephenson. Ein Prozess vor dem Arbeitsgericht sei nicht nötig. Die Polizeibehörde werde die Vorwürfe entschieden zurückweisen.

Ian Blair steht seit den Terroranschlägen vom 7. Juli 2005 auf die Londoner U-Bahn und einen Bus massiv unter Druck. Nur wenige Tage nach den Anschlägen erschossen Polizisten einen unschuldigen Brasilianer in einer U-Bahnstation, weil sie ihn für einen Terroristen hielten. Unmittelbar danach waren Rücktrittsforderungen gegen den Polizeichef laut geworden. Auch später geriet Blair, der seit Februar 2005 im Amt ist, immer wieder in die Kritik. (APA/dpa)

 

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