Pfadfinder auf der Ruster Schwelle

    22. Februar 2003, 16:06
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    Ein Blick auf Fossilien, rare Pflanzen, Tiere und das Burgenland

    Der als Ruster oder Osliper Schwelle bezeichnete Höhenrücken zwischen dem mittleren und südlichen Neusiedlersee und dem Leithagebirge erweist sich als attraktive Wandergegend, die allerdings den Nachteil hat, dass man keine markierten oder beschilderten Wege vorfindet. Wer jedoch über ein bisschen Pfadfinderqualitäten verfügt und mit der Bundesamtskarte umzugehen versteht, dem bietet sich von Schützen am Gebirge bis St. Margarethen eine überaus interessante und abwechslungsreiche Tour an.

    Von den nur mit Weingärten und mäßigem Bewuchs bedeckten Höhen genießt man nach allen Seiten eine traumhafte Aussicht. Zur Rechten überblickt man das Leithagebirge und die an seinem Fuße liegende burgenländische Landeshauptstadt Eisenstadt, zur Linken präsentiert sich der Neusiedlersee in voller Länge und Pracht. Allein der Aussicht wegen ist der aus Lythotamnienkalk bestehende Höhenzug ein lohnendes Ziel.

    Fossiliensammler werden an manchen Stellen fündig, obgleich man in dem berühmten Römersteinbruch bei St. Margarethen nicht suchen darf, wohl aber in nahe gelegenen Aufschlüssen. Am Eingang zum historischen Steinbruch, in dem jedes Jahr Festspiele stattfinden, bietet man Fossilien feil. Der Römersteinbruch beherbergt auch die größte Dohlenkolonie Österreichs, seine unzugänglichen Höhlen bieten vielen Fledermäusen Unterschlupf.

    Im Frühjahr findet man auf der Ruster Schwelle so seltene Pflanzen wie Küchenschelle, Adonisröschen, Kugelblume, Zwergschwertlilie, Diptam oder Salomonssiegel.

    Den Ausgangspunkt Schützen erreicht man von Eisenstadt mit Bus oder Bahn, die Rückkehr von St. Margarethen nach Eisenstadt erfolgt mit dem Bus.

    Die Route

    Von Schützen am Gebirge geht es auf der Straße Richtung Oslip, dann hält man sich links, um über einen Feldweg die Cselleymühle zu erreichen. Nun wendet man sich nach Osten und gelangt auf den Rücken der Ruster Schwelle. Nach einem Abstecher zum Goldberg geht es über den Seeberg und am Fuß des Silberbergs zur Kogelkapelle. Gehzeit ab Schützen zwei Stunden.

    Weiter zum oberen Rand des Römersteinbruchs, wo man die Bundesstraße quert und nach St. Margarethen-Berg gelangt. Dann trifft man auf die rote Markierung des Weitwanderweges, der man nach rechts folgt, um im leichten Abstieg nach St. Margarethen zu wandern. Ab Kogelkapelle 1½ Stunden. (Bernd Orfer , DER STANARD, Printausgabe vom 22./23.2.2003)

    Gesamtgehzeit 3½ Stunden, Höhenunterschied ca. 100 m. Kein Stützpunkt auf der Route, der Großteil ist nicht markiert oder beschildert. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 789 (Rust)
    • Oslip
      foto: tiscover

      Oslip

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