Austria: Finale gegen WIT Tiflis

27. August 2008, 14:23
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Trainer Daxbacher: "WIT Tiflis ist aber keine einfache Aufgabe" - Vorstand Parits fordert: "Biss und 100 Prozent Einsatz ab erster Minute"

Wien - Karl Daxbacher, der Trainer des FK Austria Wien, hat dem finalen Spiel um die Qualifikation für den Fußball-UEFA-Cup am Donnerstag im Horr-Stadion (19.30 Uhr/live ORF 1) einen besonderen Status verliehen. Das violette Urgestein kündigte nach der schlechten Leistung gegen Rapid (0:3) für das Treffen mit dem georgischen Vizemeister WIT Tiflis "Wiedergutmachung" seiner Mannschaft an.

Aber er warnte gleichzeitig auch vor dem Gegner, die immerhin in der ersten Runde der Qualifikation Spartak Tyrnau (2:2/auswärts, 1:0/heim) eliminiert hat. "Wir sind über die junge, hungrige Mannschaft gut informiert. Sie praktiziert ein 4-4-2-System, ist auswärts sehr gut, unangenehm zu spielen, läuferisch stark, macht die Räume eng und agiert unbekümmert. Aber sie macht im Spielaufbau auch Fehler", charakterisierte Daxbacher die Georgier.

DVD-Studium

Da wegen der Kriegswirren am Kaukasus die nationale Liga noch nicht begonnen hat und deshalb auch das Hinspiel vor zwei Wochen von der UEFA abgesagt worden war, bezog der Austria-Trainer seine Informationen vom Tyrnau-Sportdirektor Ladislav Kuna, der früher einmal in Österreich als Trainer (VfB Mödling) tätig war, sowie via DVD-Studium vom Spiel gegen die Slowaken. Außerdem telefonierte er mit Petr Segrt, der jetzt als Technischer Sportdirektor im georgischen Verband tätig ist.

Der Kroate, der früher auch in Österreich (DSV Leoben, SV Ried, Wr. Sportclub) arbeitete, warnte den Favoriten aus Favoriten. "Die Teamspieler Klimjaschwili und Kwakadse sind die Stützen von WIT, aber auch die anderen Spieler sind alle technisch gut, hochmotiviert und werden versuchen, unbedingt den Aufstieg zu schaffen", erzählte Segrt, der am Donnerstag auf der Tribüne in Wien sitzen wird. WIT Tiflis wolle der Welt zeigen, dass das Leben weitergeht.

"Natürlich rechnen wir mit dem Weiterkommen"

Daxbacher weiß, dass es keine einfache Aufgabe wird. "Natürlich rechnen wir mit dem Weiterkommen, aber WIT Tiflis wird ähnlich schwierig wie in der ersten Runde Tobol Kostanaj", sagt der 55-Jährige, der gegenüber den Partien gegen die Kasachen doch Vorteile sieht. "Damals mussten wir zu Hause ein 0:1 aufholen, diesmal beginnen wir mit 0:0 und es gibt keine Auswärtstorregel. Außerdem ist unsere Mannschaft über jene der Gäste zustellen, wir haben einige Spieler mit mehr Erfahrung und Potenzial in unseren Reihen."

Das Wichtigste werde sein, dass alle Spieler mit größter Laufbereitschaft und Aggressivität zu Werke gehen und von Beginn an anders auftreten als zuletzt gegen Rapid. Dann, so Daxbacher, sei die Aufstellung gar nicht so wichtig. "Eine offensive Variante bringt eine gewisse Gefahr, weil man dadurch anfälliger für Konter ist," meinte er Trainer, der am Mittwoch noch nicht wusste, ob er die angeschlagenen Safar, Standfest und Schiemer zur Verfügung haben wird.

Parits fordert Biss

Dass das Erreichen der Gruppen-Phase das Ziel der Austria ist, rief AG-Vorstand Thomas Parits in Erinnerung. "Wenn wir mit dem richtigen Biss bei der Sache sind, sollte es gelingen, dem Ziel näher zu kommen. Wenn aber jemand glaubt, dass es nur mit Qualität geht, dann ist man verloren. Wir müssen von der ersten Minute 100 Prozent Einsatz zeigen", appellierte der Burgenländer, der überzeugt ist, dass die Spieler so wie gegen Kostanaj und Red Bull Salzburg mit schwierigen Situationen fertig werden und Rapid ein Ausrutscher war.(APA)

Technische Daten und mögliche Aufstellungen des Zweitrundenspiels zur Fußball-UEFA-Cup-Qualifikation Austria Wien - WIT Tiflis (Donnerstag, Horr-Stadion, 19.30 Uhr/live ORF 1 Konferenz, Schiedsrichter Joseph Attard/Malta):

Austria: Safar/Almer - Standfest/Metz, Bak, Schiemer/Madl, Majstorovic - Sulimani, Hattenberger/Blanchard, Sun - Bazina Acimovic - Diabang. Ersatz: Almer - Suttner, Troyansky, Krammer, Dragovic, Netzer, Topic, Okotie

Fraglich: Safar (Adduktoren-Schmerzen), Schiemer (Waden-Verhärtung), Standfest (Hüftbeuger-Zerrung)

WIT Tiflis: Bediaschwili - Lomaja, Beschwaja, Razmadse, Datunajschwili - Kwakadse, Japaridse, Melkadse, Klimjaschwili - Lipartja, Kwaratskelj. Ersatz: Mikaberidse - Gwelaschwili, Guschaschwili, Kwaginidse, Kurtsilawa, Maisaschwili, Berjaschwili

Das für 14. August geplant gewesene Hinspiel wurde von der UEFA wegen der Kriegswirren in Georgien abgesagt. Der Aufsteiger in die erste Hauptrunde des UEFA-Cups wird in nur einem Spiel ermittelt, wobei die Auswärtstorregel nicht gilt und nach einem Remis nach 90 Minuten die Partie zunächst in die Verlängerung geht. Fällt auch in dieser keine Entscheidung, wird der Aufsteiger im Elfmeterschießen ermittelt.

Die Paarungen der ersten Hauptrunde werden am Freitag (13.00 Uhr) in Monte Carlo ausgelost. Die Spiele werden dann am 18. September bzw. 2. Oktober ausgetragen.

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