Keltische Trophäe: Abgeschlagener und mit Eisennagel durchstoßener Schädel

25. August 2008, 17:28
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Archäologen machen seltenen Fund - Schädel war vielleicht der eines Legionärs aus den Truppen Caesars

Koblenz - Einen menschlichen Schädel, durch den ein eiserner Nagel getrieben wurde, haben Archäologen bei Ausgrabungen nahe Kobern-Gondorf an der Mosel entdeckt. Wahrscheinlich handle es sich um den Schädel eines römischen Legionärs, den Kelten etwa 50 vor Christus nach einem Kampf als Trophäe aufbewahrten, teilte die Generaldirektion Kulturelles Erbe am Montag in Koblenz mit. Nach Angaben des Archäologen Axel von Berg ist es die erste Kopftrophäe, die in so gutem Erhaltungszustand in Deutschland gefunden wurde. Europaweit seien den Experten nur wenige Vergleichsfunde dieser Art bekannt.

Von Berg hält es für denkbar, dass der Schädel zu einem Legionär der Truppen Julius Caesars gehörte: Bei ihren Feldzügen gegen Gallien seien die Römer 55 und 53 vor Christus im Neuwieder Becken unterwegs gewesen, um den Rhein zu überqueren. Bei den Kelten sei es üblich gewesen, die Köpfe von im Kampf erschlagenen Gegnern als Trophäen an die Portale ihrer Häuser zu nageln - und der Brunnen, in dem der Schädel entdeckt wurde, gehörte zu einem spätkeltischen Gehöft.. (APA/dpa/red)

 

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