Erfolg und Einbildung

24. August 2008, 17:49
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Perfekt für Menschenrechtler und Unterdrückte wäre wohl nur der Boykott der Olympischen Spiele in Peking gewesen

IOC-Präsident Jacques Rogge mag ein Feigling sein, wie ihm "Reporter ohne Grenzen" vorwirft. Sein Unternehmen ist außerdem schuldig, mit einer spannenden Show viel Geld zu verdienen.
Der IOC-Chef muss sich vorwerfen lassen, im Unterschied zu Wapplern wie Bush, Merkel oder Sarkozy eine Kamarilla, welche die Rechte von Minderheiten, Demonstranten und Journalisten missachtet, nicht mit Sanktionsdrohungen zur Räson gebracht zu haben.

Es ist unerträglich, wenn Sportjournalisten in Peking nicht auf der Internet-Site von Amnesty International recherchieren können oder in Ausübung ihrer Arbeit verprügelt und festgesetzt werden. Schreiendes Unrecht, dass Spitzensportlerkörper unter dem Pekinger Smog leiden. Rogge muss mit seinem Gewissen ausmachen, dass seit Monaten genau darüber und über die Sklavenenklaven in China diskutiert wird, wo westliche Unternehmen billig Zeug für westliche Moralisten herstellen.

Perfiderweise wählte das IOC mit China einen Veranstalter der Sommerspiele, der im Unterschied zu Russland oder den USA Diktatoren im Ausland unterstützt. Naivling Rogge muss damit leben, dass die unpolitische Politik des IOC auch weltweite Empörung über Ungerechtigkeiten in China auslöste. Er konnte nicht vorhersehen, dass die Spiele genau das bewirken würden. Das IOC - Helfershelfer der Pekinger Parteidiktatoren?
Perfekt für Menschenrechtler und Unterdrückte wäre wohl nur der Boykott gewesen. Gemäß dem olympischen Motto "Nichts hören, nichts sehen, nichts reden". (Johann Skocek - DER STANDARD PRINTAUSGABE 25.8. 2008)

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