Vier Wände als sicheres Kapital

21. Februar 2003, 22:10
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Eine Investition in Immobilien scheint derzeit eine sichere Anlageform zu sein - Brancheninsider glauben an einen Aufwärtstrend

Eine Investition in Immobilien scheint derzeit eine sichere Anlageform zu sein. Brancheninsider glauben an einen Aufwärtstrend am heimischen Wohnungsmarkt und empfehlen vor allem zentral gelegene Objekte.

Eine Anlage in Immobilien kann auf zwei Arten passieren: Die direkte Anlage besteht im Kauf von einer oder mehreren Immobilien, wobei sich die Rendite dieser Investition aus den Mieteinnahmen abzüglich der Bewirtschaftungskosten sowie aus der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis ergibt.

Die indirekte Anlage erfolgt entweder über den Erwerb von Anteilscheinen geschlossener oder offener Immobilienfonds oder durch den Kauf von Beteiligungen börsenkotierter Immobilien-Aktiengesellschaften. Geschlossene Fonds besitzen ein von vornherein festgelegtes Eigenkapital. Nach der Vollzeichnung wird der Fonds dann geschlossen.

Beständiger Sachwert

In jedem Fall scheint eine Immobilienanlage ein beständiger Sachwert zu sein. "Mit dynamisch steigendem Ertrag", wie es auf der Website von Hübl & Partner heißt. Die Botschaft ist klar: "Realwerte bleiben weitgehend von Wirtschaftsturbulenzen verschont." Angesichts von schon lange schwachen Aktienmärkten und aufgrund der Rezession gehen viele Anleger immer häufiger in den Immobilienmarkt.

Erwin Hübl, der auch Vorsorgewohnungen anbietet, prognostiziert einen deutlichen Aufwärtstrend. Und nennt dafür einen Grund: Der Wohnbau sei doch deutlich zurückgegangen. Höhepunkt der Wohnbautätigkeit in den 90ern war 1999 mit 12.878 Wohnungen in Wien (bzw. 59.447 österreichweit). Demgegenüber stehen im Jahr 2001 6329 - das ist ein Minus von 49 Prozent - bzw. 45.850 (-22,9 Prozent) fertiggestellte Wohnungen. Außerdem lassen rückläufige Bewilligungen eine weitere Stagnation erwarten. Diese Verknappung im Wiener Angebot weise deutlich auf einen Anstieg der Mieten hin, weshalb man jetzt in Objekte investieren sollte, heißt es bei Hübl & Partner.

Zentrale Lage ideal

Von einem Aufwärtstrend im Zyklus ist auch Alexander Scheuch, Vorstandsmitglied von CPI Immobilien AG, überzeugt. Vorsorgewohnungen bietet er lieber nicht in Luxuslagen an. Man könne hier zwar höherwertig vermieten, die Investoren würden aber die Projektkosten proportional nicht mehr zurückbekommen. Scheuch: "Es macht mehr Sinn, in zentrale Lagen zu investieren. Mit einer U-Bahn-Anbindung oder anderen günstigen Verkehrsgegebenheiten lassen sich die Wohnungen selbstverständlich leichter vermieten." (red, DER STANDARD Printausgabe 22/23.2.2003)

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