Zweite Klagswelle gegen MEL-Vermittler

19. August 2008, 15:55
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Sozialminister Buchinger hält das Vorgehen eines Beraters der Fundpromotor Investment AG für "äußerst bedenklich"

Wien - Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat im Auftrag des Konsumentenschutzministers eine weitere Klage gegen Vermittler von Zertifikaten der Meinl European Land (MEL) eingebracht. Wieder geht es um mangelhafte Beratungstätigkeit von Finanzdienstleistungsvermittlern. Anlassfall ist eine Mindestpensionistin, der von einer freien Mitarbeiterin der Fundpromotor Investment AG aus Wien zum Erwerb der Papiere geraten wurde.

Der Dame seien nicht nur die unsicheren Papiere schöngeredet worden, ihr sei dafür auch die Aufnahme eines Kredits eingeredet worden. Für Sozial- und Konsumentenschutzminister Erwin Buchinger (SPÖ) ist diese Vorgangsweise "äußerst bedenklich", sie widerspreche "eklatant den Empfehlungen der Wirtschaftskammer zum damals geltenden Wertpapieraufsichtsgesetz, die diese zur Sorgfaltspflicht bei der Anlageberatung erarbeitet hat".

Wertpapierdienstleister seien gesetzlich verpflichtet, ein dem Kunden vorgeschlagenes Produkt mit dem zuvor erhobenen Kundenprofil abzugleichen. Zudem muss ein Anleger über das ihm vorgeschlagene Produkt - und insbesondere das damit verbundene Risiko - richtig und vollständig aufgeklärt werden. Beide Punkte seien im vorliegenden Fall nicht eingehalten worden, so das Ministerium.

Mit dem kreditfinanzierten Kauf von Aktien sei ein doppeltes Risiko verbunden gewesen: Die Anlegerin ging nicht nur das Risiko eines Verlustes ihres vorhandenen Kapitals ein, sondern auch jenes, dass sie im Fall eines Fehlschlags der Spekulation den Kredit nicht mehr zurückzahlen kann und sie damit verschuldet ist. Das Unternehmen sei trotz mehrmaliger Schlichtungsversuche nicht zum Einlenken bereit gewesen, damit sei für den VKI nur der Rechtsweg geblieben, so Buchinger. (APA)

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