Bekämpfung eines klebrigen Problems

21. Februar 2003, 15:02
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China: Forschungseinrichtungen wollen nach Flüssigkeit zur Entfernung von Kaugummiresten suchen

Peking - Die chinesische Regierung nimmt den Kampf gegen am Boden klebende Kaugummis auf. Dabei setzt das Ministerium für Wissenschaft und Technologie auf chemische Mittel, die es laut China Daily für die leichte Entfernung der Reste entwickeln lassen will. Die Kosten für das über die nächsten 18 Monate dauernde Projekt zur Entwicklung der "Gum-removal"-Lösung werden auf etwa eine Million Yuan (120.000 Dollar) geschätzt. Acht Forschungsinstitute hätten sich dem Bericht zufolge bereits für die Entwicklung einer geeigneten Lösung beworben. Lediglich ein Institut habe bis dato den Zuschlag erhalten.

Weggeworfene Kaugummis bereiten Chinas öffentlichem Reinigungsdienst immer mehr Kopfzerbrechen. Allein während der siebentägigen Nationalfeiern im Oktober vergangenen Jahres haben Touristen am Tiananmen, dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking, 600.000 Kaugummis auf den Boden gespuckt. Rund 120.000 Dollar kostet die Entfernung der Kaugummis. Die durchschnittlichen Kosten für die Entfernung eines einzigen Kaugummis werden mit 0,13 Dollar beziffert. Forscher sollen ein Reinigungsmittel entwickeln, das die Kosten auf 0,02 Dollar senkt, ohne dabei aber eine neue Verunreinigung zu verursachen. Dem steht der Direktor der Produktionsabteilung von Lotte Stone Foods, einem in Peking ansässigen Kaugummi-Produzenten skeptisch gegenüber. Es sei unmöglich, Kaugummis ohne neuen Schaden chemisch zu entfernen.

Experten schätzen, dass im bevölkerungsreichsten Land der Welt jährlich rund zwei Mrd. Kaugummis gekaut und auf den Boden gespuckt werden. Im vergangen November hat Peking eine Umweltschutzbestimmung gestartet. Wer auf öffentlichen Plätzen beim Ausspucken des Kaugummis erwischt wurde, musste mit einer Strafe von 2,4 bis sechs Dollar rechnen. (pte)

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