Gender-Gap bei "Forschung macht Schule"

13. August 2008, 10:59
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Rund 550 SchülerInnen absolvieren in den Sommerferien ein Innovationspraktikum in Unternehmen und Forschungseinrichtungen - Mehr als zwei Drittel der erfolgreichen TeilnehmerInnen waren Buben

Wien - Über die von Infrastruktur- und Unterrichtsministerium gestartete Initiative "Forschung macht Schule" bot sich österreichischen Schülern heuer erstmals die Möglichkeit, im Zuge eines "Innovationspraktikums" in den Sommerferien Forschungsalltag in den Bereichen Naturwissenschaft und Technik zu schnuppern: Nach ersten vorläufigen Ergebnissen wurden insgesamt 556 Praktikumsplätze in Unternehmen und Forschungseinrichtungen in ganz Österreich vergeben, teilte die Koordinationsstelle mit.

Andrang auf Praktikumsplätze

Zugelassen waren Schüler ab der zehnten Schulstufe und 15 Jahren: Im Rahmen der ersten, Ende Juli geschlossenen Ausschreibung bewarben sich 674 Schüler, davon 465 Buben und 209 Mädchen. Vonseiten der Anbieter gab es 586 Plätze, darunter 161 Stellen in Oberösterreich, 141 in der Steiermark gefolgt von 96 ausgeschriebenen Praktika in Wien. Nur aus dem Burgenland lag kein Angebot vor. Damit zeigten sich "erwartungsgemäß" Schwerpunkte in jenen Bundesländern, die bei den Forschungseinrichtungen und forschungsintensiven Unternehmen stärker aufgestellt sind, meinte Petra Wagner-Luptacik, Koordinatorin von "Forschung macht Schule".

Letztendlich wurden 556 Praktikumsstellen besetzt. In den Sommerferien werden sich demnach 401 Schülern und 155 Schülerinnen über das durch qualifizierte Mitarbeiter betreute Praktikum Einblicke in die Forschungspraxis eröffnen. 163 Praktikanten stammen nach Angaben der Koordinationsstelle von "Forschung macht Schule" aus AHS, 393 aus BHS.

Nur ein Drittel weiblich

Unter den erfolgreichen Teilnehmern zeigt sich wieder ein deutlicher "Gender-Gap". Sowohl die Nachfrage nach den Innovationspraktika als auch die Erfolgsrate zeigt eine Dominanz der Buben (mehr als zwei Drittel der Praktikanten). Im Rahmen der Initiative wolle man verstärkt auch Mädchen gewinnen, so Wagner-Luptacik. Diese sollen künftig "noch einmal verstärkt" angesprochen werden.

Nach der ersten Runde ist im Herbst die Vergabe von "Innovationspraktika-Awards" geplant. Bewertet werden die Praktikumsberichte der Schüler sowie die Leistung der Anbieter. "Hier wollen wir zum einen die spannendsten Reports auszeichnen - die tollsten Praktika, aber auch jene Unternehmen und Einrichtungen, die besonders engagiert waren und die vor allem auch besonders viele Angebote für Mädchen gemacht haben", so Wagner-Luptacik. Das gehöre "vor den Vorhang gestellt".

Das heuer mit eine Million Euro dotierte Projekt, das gemeinsam von der Forschungsförderungsgesellschaft FFG und der Koordinationsstelle von "Forschung macht Schule" durchgeführt wird, soll auch im kommenden Sommer fortgesetzt werden. Teilnehmenden Unternehmen werden mit bis zu 1.000 Euro pro Praktikant gefördert, der Lohn eines Praktikanten ist mindestens 700 Euro. Die Innovationspraktika dauern ein Monat. "Forschung macht Schule" hat sich zum Ziel gesetzt, mehr junge Leute, insbesondere Mädchen, für Naturwissenschaft und Technik zu begeistern.  (APA)

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