"Trainingsgelände für Denkmalpflege"

23. Februar 2003, 21:13
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Kartause Mauerbach plant Sonderausstellung, Konzertzyklus und Kurse für historisches Handwerk

Mauerbach - Die Kartause Mauerbach sei ein "ideales Trainingsgelände", um dem Publikum "Ideologie und Auftrag der Denkmalpflege" nahe zu bringen, erklärte Wilhelm Georg Rizzi, Präsident des Bundesdenkmalamtes, am Donnerstag anlässlich der Präsentation des diesjährigen Veranstaltungsprogramms in der Kartause im Wienerwald, wo die Abteilungen Restaurierwerkstätten sowie Bau- und Bodendenkmalpflege des Bundesdenkmalamtes untergebracht sind.

Gewisse Amortisation

Aus verschiedenen Gründen sei jedoch "immer nur eine geringe Besucherzahl" zu erwarten, schränkte Rizzi ein, wobei er u.a. auf Kooperationsmängel zwischen Wien und Niederösterreich in der Öffentlichkeitsarbeit hinwies.

Zudem sei kein eigenes Budget vorhanden, es müsse "eine gewisse Amortisation gegeben sein", ergänzte Karl Neubarth, Leiter der Abteilung Restaurierwerkstätten. Mit zielgruppenorientierten Angeboten soll dennoch vielfaches Besucherinteresse geweckt werden.

Schließsysteme und Musik

So wird eine Sonderausstellung mit dem nur auf den ersten Blick sperrigen Thema "Der Schlüssel zur Kartause Mauerbach - Historische Schlösser und ihre Entwicklung zu den Schließsystemen der Zukunft" vorraussichtlich von 28. Mai bis 26. Oktober 2003 öffnen.

Ein Konzertzyklus unter dem Motto "Raum und Klang" soll ab Ende Mai vorwiegend Alte Musik in den barocken Räumlichkeiten der Kartause - von Kammermusik im Kaisertrakt bis zu liturgischer Musik in der Klosterkirche - zur Aufführung bringen. Im Sommer stellen die Textilkünstlerinnen Franka Lechner und Beate von Harten in der Laienkirche aus.

Nonverbale Information

In neu adaptierten Präsentationsräumen wird das Lapidarium der Kartause mit einer Sammlung von Bau- und Dekorsteinen der Weltausstellung von 1873 gezeigt. In den ehemaligen Zellen des Westtraktes wurden Werkstätten für Drechslerei und Gürtlerei sowie eine Schmiede eingerichtet, wo nicht nur praktische Vorführungen angeboten werden, sondern auch Kurse, in denen historische Techniken vermittelt werden - Techniken, die auch bei aktuellen Restaurierungen zur Anwendung gelangen. Die Weitergabe dieser Fertigkeiten sei, so Neubarth, "auf nonverbale Information aufgebaut" und könne auf dokumentarischem Weg allein kaum überleben.

Schließlich ist eine für die Öffentlichkeit zugängliche Schaugrabung im Kreuzgarten der Kartause geplant. Dabei soll das Fundament des in alten Ansichten dargestellten, nicht mehr erhaltenen Kirchenschiffs der aus dem 14. Jahrhundert stammenden Begräbniskapelle erforscht werden. (APA)

Service

Bundesdenkmalamt, Restaurierwerkstätten und Baudenkmalpflege, Kartause Mauerbach, Tel. 01/9798808

Link

bda.at
  • Bild nicht mehr verfügbar

    Kartause Mauerbach, Südfassade des Klosterkirche

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