Sterbehilfe: Salzburger Arzt muss nicht in Untersuchungshaft

11. August 2008, 20:01
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Keine Fluchtgefahr anzunehmen - Doktor hatte 70-jähriger Frau tödliche Injektion gesetzt

Der pensionierte Salzburger Lungenfacharzt Helmut Wihan, der im Juni 2006 einer 70-jährigen, unter Depressionen und körperlichen Beeinträchtigungen leidenden Frau aus Obertrum bei Salzburg eine tödliche Injektion gesetzt haben soll, bleibt nach Ansicht des Oberlandesgerichts (OLG) Linz auf freiem Fuß. Es bestehe weiterhin kein Grund, den des Mordes angeklagten Arzt in Untersuchungshaft zu nehmen. Das berichteten die "Salzburger Nachrichten" (SN) in ihrer Dienstagsausgabe.

Aufgrund der geordneten Lebensverhältnisse des Angeklagten sei "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" keine Fluchtgefahr anzunehmen, zitierte das Blatt die Begründung eines Dreier-Senats des OLG Linz.

Wihan, der am 13. Juni 2006 einer depressiven Bekannten aktive Sterbehilfe geleistet hat, betonte bei seiner Einvernahme, die Tötung der 70-Jährigen sei auf deren ausdrücklichen Wunsch geschehen. Er habe zuvor vergeblich versucht, ihr bei der Bewältigung ihrer Krankheit zu helfen. Die Frau habe ihm 27.000 Euro dafür gegeben. Der Prozess beginnt am 7. Oktober. (APA)

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