Hannover Rück mit Gewinneinbruch

7. August 2008, 13:19
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Der weltweit viertgrößte Rückversicherer hält trotz eines überraschend starken Gewinneinbruchs im zweiten Quartal im Grundsatz an seinen Jahreszielen fest

Hannover  - Die Turbulenzen auf den Kapitalmärkten belasten die Halbjahresbilanz des Rückversicherers Hannover Rück. Das operative Ergebnis (EBIT) habe sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14,4 Prozent auf 400,2 Mio. Euro reduziert, teilte der weltweit viertgrößte Rückversicherer am Donnerstag in Hannover mit. Man habe im ersten Halbjahr Abschreibungen auf Wertpapiere in Höhe von 130,3 Mio. Euro vornehmen müssen.

Das Unternehmen stellte zugleich seine Gewinnprognose infrage. "Je länger die Unsicherheiten auf den internationalen Kapitalmärkten anhalten, desto schwieriger wird es, unser Jahresziel von fünf Euro je Aktien zu erreichen", sagte Hannover-Rück-Chef Wilhelm Zeller. Eine Eigenkapitalrendite von mehr als 15 Prozent sehe man "jedoch weiterhin als realistisch" an.

Ein Gewinn von fünf Euro Pro Aktie entspricht bei der Hannover Rück 603 Mio. Euro. Mit der Eigenkapitalrendite von 15 Prozent werden dagegen nur rund 465 Mio. Euro Gewinn prognostiziert. Nach Angaben eines Unternehmenssprechers wird das Eigenkapital des Unternehmens 2008 bei Größenordnung von durchschnittlich 3,1 Mrd. Euro liegen.

Die Abschreibungen auf Wertpapiere machten sich bei den Kapitalerträgen des Unternehmens negativ bemerkbar. Das Ergebnis aus Kapitalanlagen von 445,1 Mio. Euro im ersten Halbjahr blieb um 24,1 Prozent hinter dem des Vorjahreszeitraums zurück.

Abschreibungen von 130,3 Millionen Euro

Von den Abschreibungen in Höhe von insgesamt 130,3 Mio. Euro entfielen 98,6 Mio. Euro auf Aktien, bei denen Kursverluste von mehr als 20 Prozent automatisch zu Wertberichtigungen führten. Außerdem habe man festverzinsliche Wertpapiere abgeschrieben, bei denen die Bonität zurückgestuft worden sei, sagte ein Unternehmenssprecher.

Sehr zufrieden äußerte sich das Unternehmen dagegen über die Entwicklung seines Versicherungsgeschäftes. Die Aufwendungen in der Schaden-Rückversicherung für Naturkatastrophen waren mit 130,0 Mio. Euro deutlich geringer als im Vorjahreszeitraum (214,5 Mio. Euro).

Diese Ausgaben für Großschäden entsprächen 6,2 Prozent der Prämieneinnahmen und lägen damit deutlich unter den normalerweise erwarteten 10 Prozent, erklärte das Unternehmen. Dennoch musste die Hannover Rück allein für die Unwetter im Mai und Juni in Süddeutschland 30 Mio. Euro auszahlen. Die Belastung durch das schwere Erdbeben in der chinesischen Provinz Szechuan fiel demgegenüber mit 20 Mio. Euro eher gering aus. Dort hätten die schweren volkswirtschaftlichen Schäden in keinem Verhältnis zu den versicherten Werten gestanden, hieß es. (APA/AP/dpa)

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