Eva Pflug 79-jährig gestorben

6. August 2008, 19:28
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Deutsche Schauspielerin, weithin bekannt durch "Raumpatrouille Orion" und ihre Synchronstimme

München - Die Schauspielerin Eva Pflug ist 79-jährig in München an einem Herzversagen verstorben. Berühmt wurde Pflug durch ihre Rolle der Tamara Jagellovsk in der Science-Fiction-Serie "Raumpatrouille Orion". Weithin bekannt war auch ihre Synchronstimme - unter anderem für Julie Christie ("Dr. Schiwago"), Ursula Andress, Anne Bancroft ("Die Reifeprüfung") und Susan Flannery in der Serie "Reich und schön".

Zuletzt war Pflug in der ARD an der Seite von Thekla Carola Wied in "1:0 für das Glück" zu sehen. Trotz ihres Alters und bekannter Problemen mit dem Herzen arbeitete Pflug bis zuletzt weiter. Noch im Mai drehte sie für das ARD-Fernsehspiel "Dritte Sonnenblume links". Sogar am vergangenen Dienstag hätte sie noch einen Termin in einem Synchronstudio gehabt.

Wie die Münchner Polizei am Mittwochabend bestätigte, wurde Eva Pflug in der Nacht zum Mittwoch
in ihrer Wohnung im Stadtteil Grünwald leblos aufgefunden, nachdem Nachbarn die Beamten gerufen hatten. Hinweise auf ein Fremdverschulden an dem Tod der Darstellerin hätten sich nicht ergeben, daher gäben es zu dem Vorfall derzeit auch keine Ermittlungen.

Bügeleisen als Hauptschalter

In "Raumpatrouille Orion", der Kultserie aus dem Jahr 1966, zeigte Pflug als kühle Russen-Agentin den Männern, wer das Sagen hat - und war damit ihrer Generation voraus. Eine "Emanze", so bekannte Pflug einmal, sei sie aber nie gewesen. Dennoch prägte die Schauspielerin mit dem hochtoupierten blonden Pagenkopf und den dunklen Wimpern, die als Tamara Jagellovsk an der Seite von Dietmar Schönherr durch die galaktischen Weiten düste, seinerzeit nicht nur modisch einen neuen selbstbewussten Frauentyp. Wäschekörbeweise habe sie damals Briefe von begeisterten jungen Mädchen bekommen, sagte Pflug einmal.

Die Rolle der Agentin blieb freilich eine Ausnahme in der Film-Laufbahn von Eva Pflug, so wie es auch die sieben Folgen der legendären Serie "Raumpatrouille - Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion" als bisher einzige deutsche Science-Fiction-Serie waren; ein 2003 produzierte Kompilation "Raumpatrouille Orion - Rücksturz ins Kino" floppte. Im deutschen Fernsehen lässt der naive Charme der Schwarzweiß-Serie mit dem legendären Bügeleisen als Hauptschalter im Maschinenraum Science-Fiction-Fans heute gern noch milde lächeln, wenn sie mal wieder in einem der Dritten Programme wiederholt wird.

Lange Bühnenlaufbahn

Die Filmkarriere der am 12. Juni 1929 geborenen Pflug war geprägt durch Krimis, in denen sie auch gern die Rolle der Mörderin spielte. Pflug trat in Edgar Wallace-Krimis (u.a. "Der Frosch mit der Maske", 1959) auf und in mehreren "Tatort"-Folgen. 2004 stand sie erstmals auch wieder gemeinsam mit Schönherr in einem "Tatort" vor der Kamera.

Ihre Bühnenlaufbahn begann die Schauspielerin 1947 in ihrer Heimatstadt Leipzig. In ihrer knapp 60-jährigen Theaterkarriere spielte Eva Pflug unter anderem das Gretchen in Goethes "Faust" und die Martha in Kleists "Der zerbrochne Krug". Für ihre Rolle in Brechts "Mutter Courage" bekam sie 1986 den "Großen Preis von Bad Hersfeld". Außerdem glänzte sie in Shaws "Die heilige Johanna" und in Shakespeares "Was ihr wollt" und "Ein Sommernachtstraum". Zwischen 1980 und 1985 stand Eva Pflug rund 700 Mal in Boulevard-Komödien auf den Bühnenbrettern. (APA/dpa)

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    Eva Pflug in 'Raumpatrouille Orion - Rücksturz ins Kino'

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