Nur mittelmäßiger Tropfen

6. August 2008, 17:41
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Aufgrund des feuchten, regnerischen Julis wird mit Ertragseinbußen von zehn bis 20 Prozent der Ernte gerechnet

Wien - Aufgrund des feuchten, regnerischen Julis rechnet Gerhard Kneissl, Weinexperte der Niederösterreichischen Landwirtschaftskammer, mit Ertragseinbußen von zehn bis 20 Prozent der Ernte. Das feuchte Klima ist Nährboden für den Peranospora, auch "falscher" Mehltau genannt, ein Pilz der Blätter und Trauben braun färbt und absterben lässt. Aufgrund unterschiedlicher Anfälligkeit der Rebe bedingt durch Lage und Sorte wird sich der durch den Pilz verursachten Entgang laut Kneissl allerdings in einem verkraftbaren Rahmen halten.

Hagelschäden und Pilz

Ist man in Niederösterreich stärker vom Pilz betroffen, hat das Burgenland im Gegensatz dazu laut Karl Heidenreich, regionaler Weinbauexperte, mehr mit Hagelschäden zu kämpfen. Noch sind es sechs bis acht Wochen bis zur Ernte der frühen Sorten. Die Experten sind sich einig dass es keinen Anlass zu klagen gibt. Es sei kein schlechter Jahrgang, doch aufgrund der unvorhersehbaren Wetterlage ließen sich seriöserweise noch keine exakten Prognosen abgeben. Tatsächlich kann niemand sagen, wie sich das Wetter bis zu Lese verhält, und die Gefahr einer Einbuße aufgrund neuerlicher Hagelschäden bleibt bestehen.

Sorgfältige Lese notwendig

Heidenreich betont, dass die Lese aufgrund des Pilzbefalls heuer mit hoher Sorgfalt vorgenommen wird. Zu diesem Zweck werden wie jedes Jahr saisonelle Erntehelfer beschäftigt, laut Heidenreich vor allem Menschen aus Österreichs Nachbarstaaten wie aus Ungarn oder der Slowakei. Im Burgenland sind übrigens 90 Prozent der Reben Rotweinsorten, allen voran Blaufränkisch und Zweigelt. In Niederösterreich setzt man vor allem auf Grünen Veltliner. Diese Traube zählt ungünstigerweise auch zu den infektionsanfälligsten Sorten, der Anbau scheint das Risiko trotzdem wert zu sein:Laut Kneissl sei Grüner Veltliner aufgrund seiner frisch-fruchtig und pfeffrigen Note weltweit besonders nachgefragt. (Astrid Ollinger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.8.2008)

 

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