Neue Oper in Linz für SP ein "Problemtheater"

5. August 2008, 18:34
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Bauverzögerung und ungeklärte Fassadengestaltung wird zum politischen Streitthema

Linz - "Mit den Steuergeldern wird sorgsam umgegangen", versichert die VP Linz. Konkret gemeint ist damit das Geld für den Bau der neuen Oper in Linz, der wieder für Wirbel sorgt. So verhandelt derzeit der Bauherr, das Land Oberösterreich, bereits mit dem Architekten Terry Pawson über Abschlagszahlungen. Wie der Standard berichtete, wird um einen Betrag zwischen 1,7 Millionen und 3,1 Millionen Euro gefeilscht. Im Herbst wird entschieden, ob Pawson der ausführende Architekt ist oder ob er sich nach Einreichung der Baupläne von seinem Modell verabschieden kann, bestätigt die VP.

Streitpunkt ist jetzt, nach jahrelanger Suche nach dem richtigen Standort, die Fassadengestaltung. Weder dem Gestaltungsbeirat der Stadt Linz noch dem Land Oberösterreich gefallen die Vorschläge von Pawson. Dieser plant eine Fassade, die den Eindruck eines Vorhangs erwecken soll. Aus diesem Grund will der Architekt vertikale Lamellen über die Front des Hauses laufen lassen. Diese sollten aus dunklem Kupfer sein, so die ursprüngliche Absicht Pawsons. Dazu sagte der Gestaltungsbeirat jedoch genauso "Nein" wie zu den anderen sechs Varianten, die im Juni präsentiert wurden. Weitere Vorschläge werde Pawson im August vorlegen, Ende September tagt wieder der Gestaltungsbeirat.

Gerücht um Kostensteigerung

Der ursprünglich geplante Termin für den Spatenstich im Herbst ist nicht mehr haltbar. Die SP Oberösterreich nimmt diese Verzögerung zum Anlass, eine schriftliche Anfrage an Landeshauptmann Josef Pühringer (VP) zu stellen. "Licht ins Dunkel zu bringen", empfindet SP-Chef Erich Haider als dringend notwendig. So habe er erfahren, dass die projektierten Kosten von 143,5 Millionen auf 200 Millionen Euro nach oben geschnellt seien. Pühringer selbst hatte vor kurzem "Preisindex-Steigerungen" beim geplanten Musiktheater nicht ausgeschlossen. Für die SP wird die neue Oper auf der Linzer Blumau damit immer mehr zum "Problemtheater" (Haider).

Probleme sind jedoch erst dadurch entstanden, dass das Land Oberösterreich ein Siegerprojekt gekürt hat, das eine Frage unbeantwortet ließ: Wie wird die Fassade, das Aushängeschild für den neuen Repräsentationsbau von Linz, aussehen? Über die nun nachgereichten Entwürfe sollten allerdings nicht, wie vorgesehen, Vertreter von Stadt und Land entscheiden, meint Planungstadtrat Klaus Luger (SP). Die Wettbewerbsjury müsse nochmals zusammentreten, so sein Vorschlag. Davon hält die VP Linz wenig. (Kerstin Schellr, DER STANDARD/Printausgabe, 06.08.2008)

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    Wie die Westfassade des neuen Musiktheaters auf der Blumau in Linz im Detail aussehen soll, ist noch nicht geklärt.

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