Hightech-Lösungen für die Staus der Zukunft

5. August 2008, 17:38
15 Postings

EU legt Frequenzbereich für direkte Kommunikation zwischen Fahrzeugen fest - Experten rechnen mit ersten "sprechenden Autos" ab 2011

Brüssel - Der Kampf gegen Staus und Unfälle auf den europäischen Straßen soll schon bald mit Hightech-Waffen geführt werden: Wie die EU-Kommission am Dienstag mitteilte, sollen die EU-Staaten bestimmte, einheitliche Funkfrequenzen für intelligente Fahrzeugkommunikation und Straßenverkehrsmanagement reservieren. Generell soll ein nationaler Betreiber - in Österreich etwa die Asfinag - mit dem Aufbau eines solchen Systems betraut werden, heißt es.

Durch die Entscheidung der Kommission wird EU-weit der Frequenzbereich von 30 MHz im 5,9-GHz-Band für die direkte Kommunikation zwischen - technisch entsprechend ausgerüsteten - Autos sowie einer dafür vorgesehenen speziellen Straßeninfrastruktur festgelegt. Die zuständigen nationalen Behörden sollen in den kommenden sechs Monaten die Frequenzen zuweisen. Amateurfunk, der ebenfalls auf diesen Frequenzen läuft, soll davon nicht beeinträchtigt sein.

Von intelligenten Fahrzeugkommunikationssystemen...

Die EU-Kommission erwartet sich von der Initiative einen Anreiz für Investitionen der Automobilindustrie in solche intelligente Fahrzeugkommunikationssysteme sowie für den Aufbau der notwendigen Infrastruktur wie Sensoren oder Sender durch die öffentliche Hand. Die EU folge damit nur einer Entwicklung, die in Japan und in den USA bereits Ende der 90er Jahre auf den Weg gebracht wurde, sagte der Sprecher von EU-Telekom-Kommissarin Viviane Reding.

Mit diesem System sollte etwa ein Auto den anderen Fahrzeugen in der Nähe mitteilen, wenn die Fahrbahn glatt ist. Ebenso könnten Polizei oder Straßenbetreiber automatisch melden, wenn eine Straße gesperrt wird bzw. sie auf Alternativrouten umleiten.

... zu intelligenten Fahrzeugen

Derzeit läuft ein groß angelegte Forschungsprojekt zum Thema intelligente Fahrzeuge, bei dem auch der steirische Maut-Spezialist Efkon mitarbeitet. Erste Anwendungen und Feldversuche sollen ab 2010/2011 laufen, vor allem in besonders kritischen Zonen, so ein Kommissionsexperte.

Nach Angaben der Brüsseler Behörde verbringen Autofahrer in Europa 24 Prozent ihrer Fahrzeit in Staus und verursachen damit Kosten, die bis 2010 auf 80 Milliarden Euro steigen dürften. Täglich staut sich der Verkehr auf den europäischen Straßen in einer Länge von 7.500 km. 2006 gab es bei Verkehrsunfällen in der EU mehr als 42.000 Todesopfer und über 1,6 Millionen Verletzte. (APA/red)

Share if you care.