Angst vor Bespitzelung durch CIA beim deutschen Geheimdienst

5. August 2008, 11:37
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Mögliche Sicherheitslücke" - Tenet bekam Direktorposten bei "Viisage"

Beim deutschen Bundesnachrichtendienst (BND) sorgt man sich nach Informationen der Illustrierten "stern", dass der US-Geheimdienst CIA sensible Daten über Mitarbeiter der BND-Auswertungsabteilung in Berlin-Lichterfelde erhalten haben könnte. In seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet "stern", die mögliche Sicherheitslücke betreffe das System für eine sogenannte biometrische Zugangskontrolle zu dem BND-Standort, das eine Bochumer Firma geliefert und installiert hatte. Sie gehört seit Februar 2004 einem US-Unternehmen mit "auffälliger Nähe" zur CIA.

"Da gingen die roten Lampen an"

Zu den Managern dieses früher als "Viisage" und heute als "L-1 Identity Solutions" firmierenden US-Unternehmens zählte seit 2002 ein früherer "Director of European Analysis" der CIA. Nach den Aussagen mehrerer Beteiligter gegenüber "stern" regte sich beim BND das Misstrauen aber erst, als Ende 2005 der frühere CIA-Chef George Tenet einen Direktorenposten bei "Viisage" einnahm. "Da gingen die roten Lampen an", sagt ein Mann, der direkt mit der Angelegenheit befasst war. Nun habe der BND die Bochumer Firma nicht einmal mehr zur Wartung an das System gelassen. Das widerspricht laut "stern" der Behauptung von BND-Chef Ernst Uhrlau, die Zusammenarbeit mit der Firma sei "sofort eingestellt" worden, nachdem die Bochumer Anfang 2004 von der US-Firma übernommen wurden.

Sorge

Gegenüber dem "stern" bestritt auch ein "L-1"-Manager Uhrlaus Version. Man habe Mitte 2004 vertragsgemäß die Installation des Systems beendet und leiste bis heute technische Unterstützung für den Hauptauftragnehmer Siemens. Sowohl BND wie "L-1" versichern, dass keine Informationen über BND-Mitarbeiter an die CIA gegangen seien. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele kritisierte gegenüber stern.de, dass der BND das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestages (PKG) nie über die Sorge um ein mögliches Sicherheitsleck unterrichten ließ. Über einen "so gravierenden Sachverhalt" hätte "das PKG informiert werden müssen", sagte Ströbele. (APA)

 

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