Deutschland will Konsulat in nordirakischer Kurdenregion einrichten

4. August 2008, 10:31
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Hauptstadt Arbil soll auch Goethe-Institut erhalten

Bagdad - Deutschland wird zu Beginn des kommenden Jahres ein Konsulat in Arbil (Erbil), der Verwaltungshauptstadt der kurdischen Autonomieregion im Nordirak, eröffnen. Auch ein Goethe-Institut werde in den nächsten Monaten in Arbil den Betrieb aufnehmen, berichtete die irakische Nachrichtenagentur Aswat al-Irak am Sonntag unter Berufung auf den deutschen Botschafter in Bagdad, Hanns Schumacher. Diese Schritte seien "Bestandteil der deutschen Bemühungen, die Beziehungen zur kurdischen Regionalregierung zu stärken", wurde der Diplomat zitiert.

Sichere Autonomieregion

Die kurdische Autonomieregion gilt im Gegensatz zum Rest des Irak als relativ sicher. Die Kurden verfügen seit 1991 über ein de facto eigenständiges Gebiet, das der Kontrolle durch Bagdad vollständig entzogen ist, nachdem Amerikaner und Briten nach dem ersten Golfkrieg eine Flugverbotszone geschaffen hatten. So entstand in den Provinzen Arbil, Suleimaniya und Dohuk unter westlichem Schutz eine kurdische Selbstverwaltung. Diese erhebt Anspruch auch auf die Vielvölkerprovinz Kirkuk, was zu einem schweren Konflikt im Parlament und in der Regierung in Bagdad geführt hat.

Geschäftsleute und ausländische Besucher können sich in der Kurdenregion in der Regel frei bewegen. Die relativ sichere Lage hat einen Wirtschafts- und Bauboom entfacht, der auch ausländische Unternehmen anlockt. Das Auswärtige Amt in Berlin hat für den Irak eine Reisewarnung ausgesprochen, die für die kurdische Autonomieregion nur in eingeschränkter Form gilt. (APA/dpa)

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