Westenthaler entzweit das Wiener BZÖ

30. Juli 2008, 17:38
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Noch kein Vorstandsbeschluss für den orangen Parteichef als Spitzenkandidat - Ruf nach Scheibner

Wien - Auf Bundesebene will ihn das BZÖ - sprich: der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider - nicht mehr als Spitzenkandidat; in Wien werde er aber jedenfalls als solcher ins Rennen gehen, ließ BZÖ-Chef Peter Westenthaler die Parteifreunde in der Bundeshauptstadt via Standard am Dienstag wissen. Eine Ankündigung, die viele Bündnismitglieder verblüffte: Es gebe keinen entsprechenden Vorstandsbeschluss, meint der ehemalige Wiener BZÖ-Chef Günther Barnet. Man werde Bündnisobmann Michael Tscharnutter in dieser Frage "zur Verantwortung ziehen" .

Dass dieser Beschluss noch aussteht, bestätigte Tscharnutter - das liege aber nicht zuletzt an der orangen Gruppe im Norden Wiens rund um Barnet, den (mittlerweile aus der Partei ausgeschlossenen) Bezirksrat Hans-Jörg Schimanek und den ehemaligen Vize-Landesobmann Dietmar Schwingenschrot. Die Vorstandsmitglieder aus Floridsdorf und Donaustadt würden weder zu Sitzungen erscheinen, noch Listenwahlvorschläge oder Wahlkampftermine übermitteln, wirft ihnen Tscharnutter vor.
Es werde aber einen Vorstandsbeschluss geben, mit dem man Peter Westenthaler zum Spitzenkandidaten küren wird, ist Tscharnutter überzeugt.

In diesem Fall werden "meine Floridsdorfer Freunde keinen Handgriff für ihn im Wahlkampf tun" , kündigte Barnet im Gespräch mit dem Standard an - laut ihm sind das immerhin "vier Fünftel" der Wiener Orangen. Für Schwingenschrot ist es "ein regelrechter Albtraum, dass sich einer selbst zum Spitzenkandidaten erhebt" . Wer statt Westenthaler BZÖ-Listenerster in Wien werden soll, steht für Barnet und Schwingenschrot außer Frage: Herbert Scheibner, ehemaliger Verteidigungsminister und derzeit stellvertretender Klubobmann des BZÖ im Parlament.

Scheibner selbst will sich zu den Spekulationen um seine Person nicht äußern. Das BZÖ suche derzeit "das Team der besten Köpfe" - sowohl im Bund als auch in den Landesparteien. In Wien gebe es diesbezüglich noch keine Entscheidung. (Andrea Heigl/DER STANDARD Printausgabe, 31. Juli 2008)

 

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