Häupl will Schulpflicht ab fünf Jahren

29. Juli 2008, 14:43
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Als Alternative zum Gratis-Kindergarten, denn: "Die Schule zahlt der Bund, den Kindergarten zahlt die Stadt" - Dafür will er das derzeitige Schuljahr der 14- und 15-Jährigen einsparen

Wien - Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl hat sich am Dienstag in der wahlkampfbedingten Kindergarten-Debatte zu Wort gemeldet. Statt diesen gratis anzubieten, wie von der Rathaus-Opposition gefordert, will Häupl den Beginn der Schulpflicht vom sechsten auf das fünfte Lebensjahr vorverlegen, sagte er in seiner wöchentlichen Pressekonferenz. Dieses wäre dann "selbstverständlich" kostenlos.

Neunte Schuljahr einsparen

"Das ist nicht aus dem üblichen Schema zu betrachten, die Schule zahlt der Bund, den Kindergarten zahlt die Stadt", beteuerte der Bürgermeister zu der langjährigen Forderung der Wiener SPÖ: "Ich verspreche heute schon, wir setzen uns hin und verhandeln darüber, wie wir das zu einer entsprechenden finanziellen Lösung bringen."

Der Kindergarten beruhe auf dem Prinzip der Freiwilligkeit, während es seit Kaiserin Maria Theresia eine Schulpflicht gebe. "Das ist meine Motivation, und ich sage, ich möchte, dass die Schulpflicht vorverlegt wird", so der Bürgermeister. Im Gegenzug könne man das derzeitige neunte Schuljahr der 14- bis 15-Jährigen einsparen.

Personalstand höher als im Vorjahr

Zum Thema Gratis-Kinderbetreuung zeigte er sich ablehnend. "Reden kann man über alles, Gratis-Straßenbahnfahren, Gratis-Kindergarten, Gratis-Schwimmbäder. Aber man muss wissen, dass man das auch zahlen muss", so Häupl. Wien biete ein hervorragendes Angebot, das andere Bundesländer erst erreichen müssten.

Als "Propaganda" wies er Berichte zurück, wonach Wiener Kindergärtnerinnen wegen der besseren Bezahlung scharenweise nach Niederösterreich abwanderten. Es gebe in Wiens städtischen Einrichtungen - dem Bedarf entsprechend - 3.073 Pädagoginnen. Seit Herbst habe es einen Abgang von 339 Personen gegeben, wovon 139 nach Niederösterreich gegangen seien. Gleichzeitig seien 388 dazugekommen. Der Personalstand sei also höher als noch vor einem Jahr. (APA)

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