Olympia: Österreichs IT-Unternehmen in China vorsichtig skeptisch

29. Juli 2008, 12:11
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Fahrverbote, rigide Sicherheitsmaßnahmen und die unsichere Stromversorgung machen die heimischen Unternehmen Sorgen

Die in China tätigen österreichischen IT-Unternehmen können die finanziellen Auswirkungen auf Grund der Olympiade 2008 nur schwer einschätzen. Die neuen Sicherheits- und Umweltmaßnahmen, wie etwa die Visaregelung während des Events und das Fahrverbot für Lkw am Tag, brächten jedenfalls Einschränkungen, ergab ein Rundruf der APA. "Es ist ein sehr ungewöhnliches Phänomen" und wir können noch nicht sagen, ob es Umsatzeinbußen geben wird", meint Moritz Gmeiner, Sprecher von der Austriamicrosysstems AG. "Wir können derzeit beispielsweise keine zusätzlichen Internetzugänge beantragen, dieser Dienst wurde vorübergehend eingefroren", so Gmeiner zur APA.

Das Unternehmen ist seit dem Jahr 2000 in China aktiv und eröffnete vor kurzem den vierten Vertriebsstandort. Der Hersteller von Halbleitern und Kamera-Modulen für Handys und PCs plane, das Vertriebsnetz vor allem in den einzelnen Regionen künftig weiter auszubauen.

"Die Olympiade ist in Peking, Shanghai ist 1.000 Kilometer davon entfernt"

Der größte heimische IT-Investor in China ist - nach Angaben von ITB Europe - Europas größter Leiterplattenhersteller AT&S mit Sitz in der Steiermark. "Das Unternehmen wird", so AT&S-Unternehmenssprecher Hans Lang zur APA, "nächstes Jahr das dritte Werk in Shanghai fertig stellen und beschäftigt derzeit 3.200 Mitarbeiter in China".

"Die Olympiade ist in Peking, Shanghai ist 1.000 Kilometer davon entfernt", erklärte Lang. Die Einreisebeschränkung sei natürlich "sehr problematisch", diese kompensiere man mit Telefonaten, welche ein persönliches Gespräch jedoch nicht immer ersetzen können. "Einige Dinge kann man abfangen", meint Lang. So schicke man derzeit die Mitarbeiter mit "größeren Arbeitspaketen" nach China.

Bezüglich der Stromreduzierung meint Lang: "Energie ist immer ein Thema". Derzeit gebe es noch "keine akuten Probleme". Wegen des Lkw-Fahrverbots währendes des Tages habe man vorgesorgt und Materialien eingelagert. Auch sei die Nachtversorgung von LKWs sichergestellt.

Ein Problem, welches jedoch nicht mit Olympiade zu tun habe, doch die IT-Branche stark betreffe, sei die hohe Personalfluktuation in China. Der Standard liege bei durchschnittlich 20 Prozent jährlich. "Mit dem muss man rechnen, wenn man dort ansässig ist", so Lang. Grund hierfür sei die große Konkurrenz am IT-Sektor in China.

Was die Umweltnormen betreffe, so sei das Unternehmen in China sehr hoch angesehen. Lang: "Wir haben im Juni die dritte umweltbezogene Auszeichnung seitens der chinesischen Behörden bekommen". 2007 gab es eine Auszeichnung für das vorbildliche Verhalten bezüglich der Reduzierung des Wasserverbrauchs. "Diesbezüglich sind wir hier eines der führenden Unternehmen", betonte Lang.

"Davon haben ca. 30 Prozent eine eigene Produktionsstätte"

Nach einer aktuellen Erhebung der Organisation IT Business and Research in Europe (ITB Europe) sind knapp 20 österreichische IT-Unternehmen in China tätig sind, wobei in etwa die Hälfte auch eine oder mehrere Niederlassungen im Reich der Mitte hält. Laut Wirtschaftskammer (WKO) sind derzeit über 260 österreichische Unternehmen mit ca. 400 Niederlassungen in China vertreten. "Davon haben ca. 30 Prozent eine eigene Produktionsstätte", so Christina Schösser, österreichische Außenhandelsdelegierte in China.

Gemäß Statistik der WKO wurde 2007 33,3 Prozent mehr nach China exportiert als im Jahr davor. Das Exportvolumen erreichte dabei einen neuen Rekordwert von 1,64 Mrd. Euro. Die Investitionen österreichischer Unternehmer in China gingen hingegen um 46 Prozent zurück. (APA)

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