Clariant trotzt Ölpreishausse

29. Juli 2008, 10:33
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Der Schweizer Spezialchemiekonzern hat im ersten Halbjahr 2008 trotz stark gestiegener Rohstoffkosten und einem wechselkursbedingten Umsatzrückgang mehr verdient

Muttenz - Der Schweizer Spezialchemiekonzern Clariant hat im ersten Halbjahr 2008 trotz stark gestiegener Rohstoffkosten und einem wechselkursbedingten Umsatzrückgang mehr verdient. Der Reingewinn stieg um 26 Prozent auf 92 Mio. Franken (56,5 Mio. Euro).

Clariant habe sich trotz des schwierigen Umfelds gut behauptet, bilanzierte Konzernchef Jan Secher in einer Mitteilung vom Dienstag. Es sei gelungen, den Anstieg der Rohstoffkosten um beispiellose 11 Prozent durch Preiserhöhungen von 5 Prozent auszugleichen und die operative Marge zu verbessern.

Vor Einmaleffekten stieg die operative Marge von 6,8 auf 7,3  Prozent. Inklusive Einmaleffekte sank das operative Ergebnis hingegen von 266 auf 258 Mio. Franken. Ungünstige Währungseinflüsse wirkten sich spürbar negativ aus und führten zu Einbußen von 59 Mio. sFr beim operativen Ergebnis und 48 Mio. sFr beim Konzerngewinn, wie Clariant schreibt.

Schrumpfender Konzernumsatz

Der Konzernumsatz schrumpfte wegen ungünstigen Wechselkursentwicklungen um 2 Prozent auf 4,233 Mrd. Franken. In Lokalwährungen konnte Clariant dagegen um 4 Prozent zulegen.

Im zweiten Quartal sank der Umsatz von 2,18 auf 2,12 Mrd. Franken. Das Nettoergebnis verbesserte sich von einem Verlust von 11 Mio. sFr in der Vorjahresperiode in einen Gewinn von 51 Mio. Franken. Analysten hatten durchschnittlich mit einem Überschuss von 37 Mio. sFr und einem Umsatz von 2,1 Mrd. sFr gerechnet.

Clariant baute im ersten Halbjahr im Zuge der angekündigten Restrukturierungsmaßnahmen 750 Stellen ab. Die Kosten beliefen sich auf 53 Mio. Franken. Damit hat Clariant seit November 2006 rund 1800 der 2200 Stellen gestrichen, die in der Strategie "Clariant 2010" vorgesehenen sind.

Die Prognose für dieses Jahr wurde trotz der schlechteren Wirtschaftsaussichten bestätigt. Die Betriebsgewinn-Marge soll höher ausfallen als im Vorjahr. "Wir erwarten für die Zukunft ein zunehmend schwierigeres Umfeld, bedingt durch den unverminderten Anstieg der Rohstoffkosten, die Verschlechterung der makro-ökonomischen Trends und ungünstige Währungseffekte", sagte der Firmenchef. Gegebenenfalls sollten sogar zusätzliche Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet werden. (APA)

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