LKH Klagenfurt: Abberufungen im Direktorium werden rechtlich geprüft

29. Juli 2008, 10:22
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Betroffenen bezweifeln ob "Verlust der Vertrauenswürdigkeit" als Begründung für Abberufung ausreicht

Klagenfurt - Die Abberufung des medizinischen Direktors Thomas Koperna und der stellvertretenden kaufmännischen Direktorin Claudia Scharm-Groicher am LKH Klagenfurt durch den Chef der Kärntner Krankenanstalten Betriebsgesellschaft (Kabeg), Dieter Mandl, zieht eine rechtliche Prüfung nach sich. Ein entsprechender Antrag Scharm-Groichers wurde schriftlich bei der Landesaufsicht eingebracht.

Als Begründung für die Abberufungen hat der Kabeg-Chef jeweils "Verlust der Vertrauenswürdigkeit" genannt. Die Betroffenen bezweifeln allerdings, ob das für eine Abberufung ausreicht. Zur kaufmännischen Direktorin hat Mandl inzwischen provisorisch die Leiterin der LKH-Finanzabteilung, Renate Haider, eingesetzt. In der medizinischen Direktion rückt Kopernas Stellvertreter Wolfgang Wandschneider nach.

Dienstfrei gestellt

Eine erste Installierung Haiders als Nachfolgerin des von Mandl dienstfrei gestellten kaufmännischen Direktors Herwig Wetzlinger war vor knapp zwei Wochen gescheitert. Schon damals hatte Mandl die eigentliche Wetzlinger-Stellvertreterin Scharm-Groicher dienstfrei gestellt und Haider präsentiert. Er musste diesen Schritt allerdings bald wieder zurücknehmen.

In der Zwischenzeit hat Mandl in einem der APA vorliegenden Brief Landeshauptmann Jörg Haider und Gesundheitslandesrat Peter Kaiser aufgefordert, "geeignete Maßnahmen" gegen LKH-Mitarbeiter zu setzten, die am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz die Gründung des Vereins "Führungskräfte LKH Klagenfurt" bekanntgegeben hatten. Dabei wurde von einem "Klima der Angst" gesprochen, das derzeit in Kärntens größtem Spital herrsche. Mandl ersucht in dem Brief, "geeignete Maßnahmen zu setzten, um allfälligen künftigen - gegen § 11 Abs. 1 K-LVBG verstoßenden - Äußerungen von Mitarbeitern des LKH Klagenfurt wirksam entgegen zu treten". (APA)

 

 

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