Oracle erhebt neue Vorwürfe gegen SAP

29. Juli 2008, 10:22
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Topmanagment soll illegale Praktiken von US-Tochterfirma gebilligt haben

Der US-Softwarekonzern Oracle hat neue Vorwürfe gegen den deutschen Konkurrenten SAP erhoben. Das SAP-Topmanagment habe ein illegales Geschäftsmodell der US-Tochterfirma TomorrowNow gutgeheißen, dessen Ziel das Ausspionieren von Oracle und das Abwerben von Kunden gewesen sei, hieß es in am Montag (Ortszeit) bei einem Bundesgericht in Kalifornien vorgelegten Dokumenten.

Profit

SAP habe jahrelang wissentlich von den illegalen Praktiken der TomorrowNow profitiert. Ein SAP-Sprecher in den USA wollte zu den neuen Vorwürfen nicht Stellung nehmen. Das Gericht werde die Tatsachen ans Licht bringen, erklärte Sprecher Saswato Das. Der Rechtsstreit mit dem Walldorfer Unternehmen ist bei dem Gericht in San Francisco bereits seit 16 Monaten anhängig. Die jüngsten Vorwürfe kamen unmittelbar vor der Veröffentlichung der SAP-Quartalszahlen.

Ende Oktober

Der Softwarehersteller SAP hatte Anfang Juli erklärt, das Geschäft mit der in die Schlagzeilen geratenen US-Tochter TomorrowNow werde bis Ende Oktober abgewickelt. Das Unternehmen, das SAP im Februar 2005 gekauft hatte, bietet unter anderem Unterstützung für Oracle-Anwendungen an. Der Konzern hat illegale Datenzugriffe seines Tochterunternehmens bei Oracle eingeräumt, den Vorwurf der Industriespionage aber stets zurückgewiesen. (APA/AP)

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