Fleine Sache

29. Juli 2008, 17:00
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The Kitz are alright: Von allzu mild keine Rede mehr im Garten des Palais Clam Gallas, freut sich der Fidler

Es sah nach einer langen Freundschaft aus, zwischen dem Fidler und dem Flein, als es die Prachtlocation des Elsässer Bistro bezogen hatte vor auch schon wieder einigen Jahren. Das Boltzmanngasseneck vom Garten des Palais Clam Gallas, wunderbar.

Weniger wunderbar beim Erstversuch kurz nach der Neueröffnung: klare Suppe, die nach praktisch nichts schmeckte, und ein Kaninchen, das wahrscheinlich die wenigsten als Geschmacksfeuerwerk beschreiben würden. Es war ziemlich langweilig.

Jahrelang herrschte Funkstille zwischen uns, dem Flein und mir, auch wenn der feine Garten so nah war. Bis vorige Woche, als sich das Wetter auf Hochwasserstimmung eingeschüttet hatte. Nein, es ging nicht um ausreichend Höhenunterschied zum Donaukanal: Unverbesserlicher Optimismus wollte die Option (eher Illusion) auf draußen Sitzen aufrecht halten, bei gleichzeitiger Erträglichkeit des Lokalinneren. Also Flein, gerne, warum nicht. Immer flexibel bleiben.

Mit Garten war, Sie ahnen es, definitiv nix. Leider auch mit dem Bio-Kalbskuttelsalat mit Berglinsen und Kernöl, auf dem schon mein Name gestanden hätte, wenn der Salat nicht um 20.30 längst weggefuttert gewesen wäre. Auch die Herrschaften am Nachbartisch sahen darob sehr traurig drein. Der Trost kam in Gestalt von (Ziegen-)Kitzkoteletts in, jawoll, würziger, dunkler Sauce mit Petersilpüree und kleinen Zucchini. So einfach ist der Fidler zu versöhnen.

Die gekostete Fischsuppe war sehr anständig, zudem das genaue Gegenteil des ersten Eindrucks vor Jahren: Kleine, rote Chiliflankerl signalisierten: Hier geht es ernsthaft zur Sache. Mir fast schon zu scharf. Aber, nein, damit werden sie mich nicht wieder auf Jahre los im Flein. Keine Chance. Bis demnächst.

PS: Habe nach dem Fidback (s.u.) meine halbe Autobiografie aus diesem Eintrag gestrichen und die tatsächlich ziemlich hohe Fidler-Dichte ein gutes Stück reduziert.

 

Schmecks ist keine professionelle Lokalkritik. Harald Fidler und Freunde schildern hier ihre Erlebnisse beim Essen und Trinken. Als Dilettanten im Wortsinn: Laien, Amateure, Nichtfachleute, die eine Sache um ihrer selbst willen ausüben - also zum reinen Vergnügen. Was nicht immer gelingt.

  • Hier geht's in den fleinen Garten. Und längst wird hier auch gewürzt, fand nun selbst der Fidler heraus.
FleinBoltzmanngasse 21090 Wien
Suppe, Kitzkoteletts, Apfelsaft, Wein, Kaffee: rund 35 Euro.
 
    fid

    Hier geht's in den fleinen Garten. Und längst wird hier auch gewürzt, fand nun selbst der Fidler heraus.

    Flein
    Boltzmanngasse 2
    1090 Wien


    Suppe, Kitzkoteletts, Apfelsaft, Wein, Kaffee: rund 35 Euro.

     

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