Restless Legs Syndrom: Forscher identifizieren neues Risiko-Gen

27. Juli 2008, 19:21
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Es ist bereits das vierte, das mit dem weit verbreiteten Nervenleiden in Zusammenhang gebracht wird

München/London- Münchner Wissenschafter haben ein neues Risiko-Gen für das Restless Legs Syndrom (RLS) entdeckt: Eine Variante der Erbanlage PTPRD verdoppelt demnach die Wahrscheinlichkeit, an der Nervenstörung zu erkranken. Das berichten die Forscher um Juliane Winkelmann vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie im Fachjournal "Nature Genetics".

Das Syndrom belastet viele Betroffene erheblich, denn ein unangenehmes Ziehen in den Waden zwingt sie ständig zum Aufstehen: Nur durch Umhergehen können die Schmerzen in den Beinen gemildert werden. Das RLS zählt nach Angaben des Münchner Instituts zu den häufigsten Nervenleiden - dennoch werde es oft nicht erkannt oder falsch diagnostiziert.

Vier Gene

Insgesamt seien nun vier Gene identifiziert, deren Varianten das Risiko steigern, an "unruhigen Beinen" zu erkranken, wie die Krankheit im Volksmund heißt. Aufgrund der bekannten Funktionen der Gene könnte es sich bei RLS um eine frühe Entwicklungsstörung des zentralen Nervensystems handeln, erklärten die Forscher. So enthalte das neu identifizierte Risikogen PTPRD den Bauplan für ein Protein, das den sogenannten Motorneuronen während der Embryonalentwicklung hilft, ihren richtigen Platz im Organismus zu finden. Motorneuronen sind Nervenzellen, die Muskeln steuern. Sie kontrollieren damit auch die Beinmuskulatur.

Das Institut für Humangenetik am Helmholtz Zentrum München und die Technische Universität München sowie das Max-Planck-Institut für Psychiatrie versuchen deshalb seit mehreren Jahren, die Entstehung von RLS aufzuklären, um Diagnostik und Therapie zu verbessern. Mit internationaler Unterstützung untersuchten die Forscher Sequenzvarianten über das gesamte Genom von insgesamt 2458 RLS- Patienten und 4749 gesunden Probanden. Beim Vergleich der Sequenzen konnten Varianten im PTPRD-Gen identifiziert werden, die vermehrt bei RLS-Patienten auftreten, aber seltener bei gesunden Probanden. (APA/dpa)

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