Strom könnte teurer werden als befürchtet

27. Juli 2008, 11:26
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e-Control-Chef Boltz spricht im "trend" von betriebswirtschaftlich gerechtfertigter Anhebung um 5 bis 15 Prozent - Die meisten rechnen mit Verteuerung ab Jänner

Wien - Für den Chef der Energieregulierungsbehörde, Walter Boltz, sind im Herbst Strompreiserhöhungen "zwischen 5 und 15 Prozent" betriebswirtschaftlich gerechtfertigt. Mit dieser Aussage zitiert das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe den Vorsitzenden der Stromregulierungsbehörde e-Control. Die Experten räumen zugleich ein, dass die Wahlen Ende September die Anhebung verzögern dürften.

Rasant gestiegene Großhandelspreise

Grund für die zu erwartenden Preissteigerungen seien die in den letzten Monaten rasant gestiegenen Großhandelspreise. Wer nicht rechtzeitig vorgesorgt hat, für den ist es derzeit besonders teuer: "Würde man sich jetzt für 2009 eindecken, zahlt man knapp 8,5 Cent pro Kilowattstunde, eine Steigerung von rund 30 Prozent innerhalb von sechs Monaten", so der Chef der Ökostrom AG, Michael Pierer.

Anhebung ab Jänner

Allein der Wahlkampf verhindere derzeit, dass die Erhöhungen auch durchgeführt werden, so der "trend" weiter. Über das Jahresende hinaus gibt es derzeit dennoch keine verbindlichen Preisstopp-Zusagen von Politikern. Die meisten Experten rechnen deshalb mit einer Anhebung ab Jänner.

Stellvertretend für die vielen vorsichtigen politischen Kommentare zu dem Thema wird Markus Gorfer, Sprecher des Tiroler Landeschefs Günther Platter, zitiert: "Aufgrund der Wettbewerbssituation ist es über das Ende des Jahres hinaus schwierig, eine Garantie abzugeben".

Strompreismoratorium

Erst in der abgelaufenen Woche hatte sich wegen der hohen Inflation wie berichtet Wirtschaftsminister Martin Bartenstein für ein Strompreismoratorium bis Jahresende ausgesprochen. Vom Verbund gebe es bereits positive Signale, nun appelliere er auch an die Landesversorger, den Strompreis bis Jahresende nicht zu erhöhen, hatte Bartenstein am Mittwoch erklärt. Dabei handle es sich um eine "Selbstbindung" der Unternehmen und keine Verfügung, ergänzte der Minister. (APA)

 

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