Deutsche Geburtenrate sackt weiter ab

19. Februar 2003, 18:56
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Nur noch 1,4 Kinder pro Frau - ExpertInnen vermuten "berufliche Gründe" für Kinderlosigkeit

Köln - Die Alterspyramide in Deutschland gerät immer stärker außer Form. Hauptgrund ist der deutliche Rückgang der Geburtenrate, wie das Institut der Deutschen Wirtschaft am Mittwoch in Köln mitteilte. Mit knapp 1,4 Nachkommen pro Frau liege diese deutlich unter dem Durchschnitt der meisten anderen Industriestaaten.

Berufliche Gründe für Kinderlosigkeit

Immer mehr Frauen verzichteten ganz auf Nachwuchs, berichteten die WissenschafterInnen. Seien von den Frauen, die vor 1940 geboren wurden, nur knapp elf Prozent kinderlos geblieben, sei der Anteil bei Frauen des Jahrgangs 1965 Schätzungen zufolge schon auf 32 Prozent gestiegen. Von den heute 37- oder 38-jährigen Akademikerinnen dürften wahrscheinlich sogar 41 Prozent nicht Mutter werden, hieß es. Grund dafür seien offenbar berufliche Gründe.

Damit die Zahl der Nachkommen konstant bleibe, muss nach Angaben der WissenschafterInnen jede Frau im statistischen Schnitt 2,1 Kinder zur Welt bringen. "Doch in den zurückliegenden Jahrzehnten ist der Klapperstorch in Deutschland immer flügellahmer geworden", erklärte Nicola Dickmann, die die Geburtenraten für das Institut international verglichen hat. In Großbritannien hatte 2002 jede Frau durchschnittlich 1,7 Babys zur Welt gebracht, in Norwegen 1,8, in Frankreich und Irland waren es rund 1,9 und in den USA sogar fast 2,1 Kinder. (APA/AP)

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