Hintergrund: Bewegung für die Emanzipation des Niger Deltas

29. Juli 2008, 08:49
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Forderung der Militanten: Beteiligung an Einnahmen aus Ölförderung und Entschädigung für Umweltverschmutzung

Die "Bewegung für die Emanzipation des Niger-Deltas" (Movement for the Emancipation of the Niger Delta/MEND) wurde 2005 gegründet. Sie kämpft gemeinsam mit anderen Gruppen für eine stärkere Beteiligung der Region Nigerdelta an den Einnahmen aus der Ölförderung. Außerdem fordern sie Entschädigungszahlungen für die Umweltverschmutzung durch die Öl- und Gasförderung.

Die MEND geht zum Teil gewaltsam gegen die Beschäftigten der nationalen wie internationalen Ölfirmen vor. Im Dezember 2005 starben bei einem Angriff auf einer Pipeline der Royal Dutch Shell acht Menschen. 180.000 Barrel Rohöl gingen durch die Zerstörung der Pipeline pro Tag verloren.

Rückgang der täglichen Fördermenge erwirkt

Bei ihrem jüngsten Schlag im Juni 2008 attackierten bewaffnete Männer von einem Boot aus die Bonga-Bohrinsel von Royal Dutch Shell's im Delta. Die Firma musste die Anlage einige Tage lang stilllegen.

Die Anschläge der MEND gegen nigerianische und internationale Förderanlagen sowie die Entführung zahlreicher ausländischer Mitarbeiter der Ölfirmen haben bereits zu einem Rückgang der täglichen Fördermenge um 25 Prozent geführt. In Nigeria werden täglich etwa 2,1 Millionen Barrel Öl (zu je 159 Liter) gefördert. (hag/Reuters, derStandard.at, 24.07.2008)

 

  • Die MEND will am "Ölkuchen" teilhaben.(Aufnahme vom 18. Juli 2008)
    Foto: APA/ EPA/STR

    Die MEND will am "Ölkuchen" teilhaben.
    (Aufnahme vom 18. Juli 2008)

  • Patrouillenfahrt der MEND am Bonny-Fluss im Nigerdelta. (Aufnahme vom 18. Juli 2008)
    Foto: REUTERS/George Esiri

    Patrouillenfahrt der MEND am Bonny-Fluss im Nigerdelta. (Aufnahme vom 18. Juli 2008)

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