Bonhoeffer verzichtet überraschend auf Chefposten

21. Juli 2008, 14:31
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Der deutsche Gehirnforscher war erst Ende Juni als designierter Präsident vorgestellt worden - Grund für die Absage: Er will am Max-Planck-Institut bleiben

Der deutsche Gehirnforscher Tobias Bonhoeffer (48) wird doch nicht Präsident des Institute of Science and Technology Austria (I.S.T. Austria). Er habe abgesagt, teilte Interims-Manager Gerald Murauer am Montag mit. Bonhoeffer war Ende Juni als designierter erster Chef der "Elite-Uni" mit Sitz in Maria Gugging bei Klosterneuburg präsentiert worden.

Murauer teilte in einer Aussendung mit, dass Bonhoeffer am Max-Planck-Institut bleiben werde. "Die Motive Bonhoeffers liegen im persönlichem Bereich und dem Wunsch, die Forschungsarbeit in seinem derzeitigen Umfeld umzusetzen," so Haim Harari, Vorsitzender des "Search Committee" für den I.S.T.-Präsidenten. Da der Amtsantritt erst im Herbst 2009 vorgesehen war, bleibe nun genug Zeit für die Suche nach einem neuen Chef.

Es habe keine Änderungen gegeben, die Bonhoeffers Entscheidung beeinflusst hätten, hält Harari fest. Auch seien keine Angebote des Max-Planck-Instituts oder Dritte bekannt. Die Absage des Gehirnforschers sei deshalb "sehr überraschend" gekommen.

Bonhoeffer war nach der Bestellung dafür kritisiert worden, am Max-Planck-Institut Tierversuche durchgeführt zu haben.

Hahn und Pröll gelassen

Aus dem Büro von Wissenschaftsminister Johannes Hahn hieß es, dass man die Absage zur Kenntnis nehme. Hahn vertraue darauf, dass das Kuratorium "in absehbarer Zeit" Ersatz finden werde. Man habe sich bisher nicht in die Personalpolitik des Instituts eingemischt und werde es auch jetzt nicht tun, zumal es für das Ministerium auch gar keine Möglichkeit dazu gebe.

Der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll habe "höchstes Vertrauen" in Haim Harari, den Vorsitzenden des Exekutivkomitees des Instituts, sowie Claus Raidl, Vorsitzender des Kuratoriums von I.S.T. Austria, hieß es aus Prölls Büro. Diese würden eine Entscheidung treffen. Es gebe eine "umfangreiche Liste von hoch qualifizierten Bewerbern". (APA/red, derStandard.at, 21. Juli 2008)

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    Bonhoeffer forscht lieber am Max-Planck-Institut als das I.S.T. Austria zu führen.

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