Lucent sieht wachsende Konkurrenz für europäischen UMTS-Standard

19. Februar 2003, 10:48
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In Europa wird WCDMA/UMTS präferiet, in Asien und USA CDMA

Die Lucent Technologies Corp, Murray Hill, erwartet, dass sich die Konkurrenz für den in Europa bestimmenden UMTS-Standard verstärken wird. Die Welt stehe bei der Mobilfunktechnologie der dritten Generation "an einem Scheideweg", sagte Lucent-COO Cindy Christy auf dem "3GSM World Congress" in Cannes zu Dow Jones Newswires.

Entscheidung

Dabei gehe es letztlich um die Entscheidung zwischen dem von Betreibern und Herstellen in Europa präferierten WCDMA-Standard (Wideband Code Division Multiple Access) sowie dem rivalisierenden CDMA-Standard (Code Division Multiple Access), der vor allem in den USA, namentlich von der Qualcomm Inc, San Diego, bevorzugt werde.

Nach den Schätzungen von Lucent zur Entwicklung der Mobilfunkbranche bis 2005 wird die Bedeutung von WCDMA sinken. Vor einem Jahr habe Lucent noch damit gerechnet, dass der WCDMA 2005 einen Anteil von 48 Prozent an dem Markt für die Mobilfunkinfrastruktur und für entsprechende Dienste haben werde, der dann ein Volumen von 51 Mrd. Dollar (47,6 Mrd. Euro) haben werde. Dies sei aber jetzt "recht unwahrscheinlich", so Christy. Sie erwarte, dass der CDMA-Standard inzwischen zunehmend Einfluss in Asien, besonders in China, Indien und Japan gewinnt.

Diese Entwicklung sei nach ihrer Ansicht eine schlechte Nachricht sowohl für die Nokia Oy, Helsinki, als auch für die Telefon AB LM Ericsson, Stockholm. Nokia vertreibe keine CDMA-Netzwerkschaltungen und habe Mühe mit dem auf CDMA basierenden Handymarkt. Ericsson sei inzwischen zwar im CDMA-Infrastrukturmarkt tätig, aber nur in geringem Maße. Ericsson habe allerdings angekündigt, diese Position in den kommenden Jahren auszubauen, sagte Christy.

Beide

Lucent vertreibe sowohl WCDMA- als auch CDMA-Schaltungen, werde sich jedoch stärker auf den letztgenannten Standard konzentrieren. Für den Weg, den die Branche letztlich einschlage, seien die Entscheidungen der Betreiber in China und Südamerika maßgeblich. Gleichfalls werde dies von jenen Betreibern abhängen, die Hochgeschwindigkeitsnetze auf CDMA-Basis bereits installiert haben, wie in USA und anderswo.(APA/vwd)

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