Deutsche Telekom plant dreijährige Pflichtwandelanleihe

19. Februar 2003, 10:45
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Emissionserlös von 2,3 Mrd. Euro - Nettoverschuldung bei 64 Mrd. Euro

Die Deutsche Telekom plant die Emission einer Pflichtwandelanleihe mit dreijähriger Laufzeit, die einen Emissionserlös von ungefähr 2,3 Mrd. Euro einbringen soll. Der Emissionserlös könne sich um weitere zehn Prozent erhöhen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der Kupon und die Prämie würden im Rahmen der Preisfeststellung ermittelt. Die Anleihe müsse nach Ablauf der Laufzeit von drei Jahren in Aktien der Telekom umgewandelt werden.

Die Deutsche Telekom halte nach wie vor uneingeschränkt an der erfolgreichen Umsetzung ihres angekündigten Entschuldungsprogramms fest, hieß es weiter. Diese Anleihe werde zusätzlich zu diesem Programm aufgelegt. Die Telekom erhöhe durch die Transaktion ihre Nettofinanzverbindlichkeiten nicht. Die Netto-Verschuldung hatte die Telekom zuletzt auf 64 Mrd. Euro beziffert.

Die Deutsche Telekom erwartet nach eigenen Angaben, dass die Rating-Agenturen der Pflichtwandelanleihe eine signifikante Eigenkapitalkomponente zuschreiben würden. Das dürfte dazu beitragen, das Investment-Grade-Rating des Unternehmens zu kräftigen, hieß es. Mitte Januar hatte die Ratingagentur Moody's ihre Bewertung für die langfristigen Verbindlichkeiten der Telekom um zwei Stufen auf "Baa3" zurückgenommen. Die Ratingagentur S&P sieht dagegen derzeit keinen Anlass, ihr um zwei Stufen höheres Telekom-Rating von "BBB+" zu überprüfen. Auch Fitch bewertet die Telekom mit "BBB+".

Vom Emissionszeitpunkt werde die Pflichtwandelanleihe nach den HGB-Bilanzierungsregeln bis zum Ende der Laufzeit zu den Finanzverbindlichkeiten gerechnet. Allerdings führe die verpflichtende Wandlung der Anleihe am Ende der Laufzeit zu einer Verringerung der Nettofinanzverbindlichkeiten der Deutschen Telekom und erhöhe ihr Eigenkapital zu diesem Zeitpunkt. Die Emission der Anleihe ergänze die regelmäßige Finanzierungsaktivität der Telekom und stärke zusätzlich die Liquidität, hieß es.

Die Pflichtwandelanleihe werde ausschließlich bei institutionellen Anlegern außerhalb der USA platziert, teilte die Telekom weiter mit. Die Emission werde von Goldman Sachs International und Morgan Stanley & Co. International Limited begleitet. Die Transaktion basiere auf einer Ermächtigung zur Emission von Wandel- oder Optionsanleihen durch die Hauptversammlung vom 29. Mai 2001.

Die Telekom hatte Mitte Jänner eine 30-jährige Anleihe mit einem Volumen von 500 Mio. Euro und danach Ende Januar eine weitere Anleihe mit fünfjähriger Laufzeit im Volumen von einer Milliarde Euro begeben. Früheren Unternehmensangaben zufolge ist der Konzern bis zum Ende des dritten Quartals 2004 durch finanziert. Neue Finanzmittel zur Finanzierung des Schuldendienstes und operativer Verluste müssten daher erst nach diesem Zeitpunkt am Markt aufgenommen werden. 2003 sind nach Telekom-Angaben insgesamt Verbindlichkeiten in Höhe von rund sieben Milliarden Euro fällig. (APA)

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